Liederzyklus mit Chorgesang Franz Schuberts „Winterreise“ mit Vocalvielharmonie

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Großes Aufgebot für Schuberts „Winterreise“: Der gemischte Chor Vocalvielharmonie mit den Solisten Marco Vassalli (Gesang) und Stephan Lutermann (Klavier) bei den Proben im Lutherhaus für die Aufführungen in der Lutherkirche. Foto: Elvira PartonGroßes Aufgebot für Schuberts „Winterreise“: Der gemischte Chor Vocalvielharmonie mit den Solisten Marco Vassalli (Gesang) und Stephan Lutermann (Klavier) bei den Proben im Lutherhaus für die Aufführungen in der Lutherkirche. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Die Lieder von Franz Schubert im Chor: Gemeinsam mit der Vocalvielharmonie gehen der Solo-Bariton Marco Vassali und Pianist Stephan Lutermann in der Lutherkirche stimmgewaltig auf „Winterreise“.

Nicht nur zum ersten Mal mit diesem, sondern auch zum ersten Mal überhaupt mit einem Chor werden die beiden Solisten dieses Schlüsselwerk der deutschen Romantik aufführen. Dessen erst ein Jahr alte, aus der Feder des Leipziger Chorleiters Gregor Meyer stammende Neufassung für Sologesang, Klavier und Chorbegleitung gewinnt dem Liederzyklus zusätzliche musikalische Dimensionen, Facetten und Interpretationsmöglichkeiten ab. 

Variationen und Wendungen

Dadurch, dass sich dank der Neubearbeitung nun neben professionellen Solisten auch eine Vielzahl von im Chor singenden Laien an der Gestaltung des berühmten Schubertschen Liederzyklus beteiligen könne, sei ein für das Publikum niederschwelliger, noch „tieferer Einstieg in das Material“ möglich, zeigt sich Holger Dolkemeyer begeistert, der den 1989 gegründeten, derzeit 75-köpfigen gemischten Osnabrücker Chor seit 25 Jahren leitet. Schuberts Harmonik klinge zwar einfach, biete aber „untergründig“ auch immer wieder spannende Variationen und „überraschende Wendungen“, beschreibt der Chorleiter den Verdienst der Neufassung.

Im Dialog mit Solisten

Bei den Hauptproben im Lutherhaus war es auch für die Vocalvielharmoniker eine neue Erfahrung, die am Klavier gespielten Melodien gesanglich nachzuempfinden oder die Gesangslinien der Solostimme entweder zu unterstützen oder mit ihr in einen Dialog zu treten. Buchstäblich auf die Winterreise eingestimmt wurden sie von Stimmbildnerin Katrin Janssen-Oolo mit Übungen zur Atemtechnik, Artikulation und Körperbeherrschung. So wie vom Komponisten der Chorversion angeregt, gruppierte sich der Chor in offener Trapezform um die beiden Solisten herum – eine Anordnung, die auch in der Lutherkirche zum Tragen kommen wird, der Dolkemeyer eine für das Projekt „optimal ausgeglichene“ Akustik bescheinigt.

Vom Lindenbaum zum Leiermann

Jedes der zwei Dutzend Lieder, von denen jeweils zwei ohne Solo- oder Chorgesang arrangiert sind, birgt spezielle Herausforderungen an die gesanglichen Harmoniken - vom auch losgelöst vom Zyklus gern gesungenen „Lindenbaum“ oder „Frühlingstraum“ bis hin zum abschließenden „Leiermann“, dem sich der als lyrisches Ich fungierende Wandersmann anzuschließen trachtet. Dolkemeyer hatte sichtlich alle Hände voll zu tun, die Konventionen und Gewohnheiten der traditionellen Solo-Fassung mit den unterschiedlichen Chorstimmen ab- und anzugleichen. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.


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