Aufs richtige Pferd gesetzt Stiftung Osnabrücker Club ermöglicht Montessori-Schülern Reittherapie

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Mit einem Steckenpferd dankten Montessori-Schüler der Stiftung Osnabrücker Club für die Spende, die den Kauf und die Ausbildung ihres neuen Therapiepferdes Peo ermöglichte. Foto: Hermann PentermannMit einem Steckenpferd dankten Montessori-Schüler der Stiftung Osnabrücker Club für die Spende, die den Kauf und die Ausbildung ihres neuen Therapiepferdes Peo ermöglichte. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Vom Isländer zum Iren: Der elfjährige Tinker Peo von der grünen Insel ist seit Beginn des Schuljahres das neue Therapiepferd der Montessori-Schule. Mit einer Spende über rund 5000 Euro machte die Stiftung Osnabrücker Club das Umsatteln möglich.

Nötig wurde der Wechsel, weil die Isländer-Stute Liv nach gut fünf Jahren unermüdlicher Arbeit „therapiemüde“ und in ihren wohlverdienten Ruhestand entlassen war – für Pferde in diesem Einsatzbereich ganz normal, wie Montessori-Schulleiter Benno Schomacker bei der offiziellen Spendenübergabe am Vortag des traditionellen Osnabrücker Steckenpferdreitens betonte. Auf eine 30-jährige Tradition blickt auch der Einsatz von Therapiepferden für die Förderschüler auf dem nicht weit von der Schule entfernten Gelände des Reitervereins Osnabrück am Heger Holz zurück. Da die Nachfolge von Liv nicht allein aus den Mitteln des Fördervereins finanziert werden konnte, wandte sich die Schulleitung an die Stiftung des Osnabrücker Clubs, der als ältester Verein der Stadt in diesem Jahr seinerseits seinen 225. Geburtstag feiert. 

Ideale Eigenschaften

Unter anderen auch, weil Thorsten Heese vom Kulturgeschichtlichen Museum, der selbst Pferde besitzt und reitet, auf die Gage seines Festvortrags zum Jubiläum verzichtet hatte, konnte eine Summe aufgebracht werden, die nicht nur die Anschaffungs-, sondern auch die Ausbildungskosten abgedeckt hat. Denn der irische Tinker-Wallach Peo erfüllte zwar mit seiner rassetypischen Menschenbezogenheit, Zuverlässigkeit, Gelassenheit und Kooperationsbereitschaft alle Voraussetzungen für die Arbeit mit Schülern, musste aber nichtsdestotrotz in einer viermonatigen Ausbildung auf die besondere Aufgabe und die speziellen, unterschiedlichen Bedürfnisse der Förderschüler vorbereitet werden. 

Beliebter Therapiepartner

Nicht nur Gelassenheitstraining, Boden- und Longenarbeit, Voltigieren, „leichte gymnastizierende Dressur“ sowie die Annäherung an Therapiematerialien stand dabei auf dem Programm, sondern auch „flottes Ausreiten“ im Gelände – ein Programmpunkt, der den Montessori-Schülern stets besonders viel Spaß macht, wie Reittherapeutin Karin Bludau aus ihrer über 20-jährigen Erfahrung zu berichten weiß. Mit Unterstützung ihres Trainers Carsten Wolke, der in Bissendorf die „Schule für Mensch und Pferd“ betreibt, hat sie Peo zu einem mitdenkenden, vertrauensvollen und motivierten vierbeinigen Therapiepartner gemacht, der mit seiner freundlichen und charmanten Art die Herzen aller Beteiligten sofort erobert hat. 

Vielfältige Lerneffekte

Dadurch, dass die Schüler ihr eigenes Verhalten durch die Körpersprache des Pferdes auf eine ehrliche Weise gespiegelt bekommen, lernen sie auch über rein körperliche Koordinations- und Gleichgewichtsübungen hinaus, gerade in der Vor- und Nachbereitung der Reitstunde „Verantwortung zu übernehmen und Verbindlichkeiten einzuhalten“, bringt Bludau die sozialen Erträge der viermal in der Woche stattfindenden Reittherapie auf den Punkt – von den positiven Effekten auf die Selbstsicherheit, das Selbstwertgefühl und die Lebensfreude der 10- bis 15 jährigen Schüler ganz zu schweigen.


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