Winterkomet als Vorzeichen Ausstellung mit Altdrucken in der Universitätsbibliothek

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Zeugnisse des Krieges in der Universitätsbibliothek Osnabrück. Foto: Elvira PartonZeugnisse des Krieges in der Universitätsbibliothek Osnabrück. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. „Friedensfreud und Kriegesleid“ heißt die Ausstellung, die sich der medialen Wahrnehmung des 30-jährigen Krieges widmet.

Ein großes Farbfoto vom Friedenssaal im Osnabrücker Rathaus fällt ins Auge. Es ist auf einem Banner im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen und ist augenfällig aktuell, denn der Blick durch die schwere Eingangstür zum Saal fällt auf die Edelstahl-Optik des erst vor kurzem eingebauten Fahrstuhls im Eingangsbereich. Neben dem Foto entdeckt der Besucher eine Grafik, die den „Osnabrückischen Conferenz-Saal“ aus zwei Perspektiven zeigt, umrahmt von zahlreichen Wappen der Abgesandten, die 1648 den Westfälischen Frieden verhandelten.

Beide Exponate gehören zu einer Ausstellung mit dem Titel „Friedensfreud und Kriegesleid“, die bis Mitte Januar im Foyer der Universitätsbibliothek am Kamp zu besichtigen ist. Sie wurde unter der Leitung von Professor Siegrid Westphal von Masterstudierenden und Doktorandinnen der Geschichtswissenschaften konzipiert und beleuchtet die mediale Aufmerksamkeit, die der 30-jährige Krieg und der Friedensschluss erzeugten. In Vitrinen findet der Besucher ausgewählte Altdrucke aus den Beständen der Bibliothek, die sich unter sechs Aspekten mit der Materie befassen. Thematisiert werden zum Beispiel der Prager Fenstersturz, die Belagerung Stralsunds im Jahr 1628, der Tod des schwedischen Königs Gustav II. Adolf und die Folgen für den Krieg, der Kampf um die Ostsee und das Ringen um den Frieden, der schließlich in Osnabrück und Münster ausgehandelt wurde.

Ein besonders interessanter Unterpunkt wird unter der Überschrift „Krieg als Strafe Gottes – Wunderzeichen im Dreißigjährigen Krieg“ behandelt. Im Zentrum steht ein Flugblatt, das die Schrecken des Krieges beschreibt. Abgebildet wurden Siamesische Zwillinge und missgebildete Kälber. Der „Winterkomet“, der 1618 am Himmel zu sehen war, wurde häufig als Vorzeichen für den Krieg gedeutet.

Da es im 17. Jahrhundert üblich war, sternförmige Festungen zu bauen, um sich vor Feinden zu schützen, wurde die Ausstellung als Imitation einer solchen Festung angelegt. Als Modell wurde allerdings nicht die Petersburg gewählt, eine Zitadelle im Südosten der Stadt in der Form eines fünfzackigen Sterns, die vom evangelischen Rat und den Bürgern der Stadt stets als Bedrohung angesehen wurde. Stattdessen nahmen die Ausstellungsmacher das Kastell der Stadt Wismar als Vorbild, das einst von Albrecht von Wallenstein angelegt wurde.


Universitätsbibliothek Osnabrück (Alte Münze 16/Kamp): „Friedensfreud und Kriegesleid“. Ausstellung mit Altdrucken aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Bis 19. Januar, Mo-Fr. 9-22 Uhr, Sa. 11-18 Uhr. 

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