"Familienfreundliche Arbeitgeber" Unternehmen in der Region Osnabrück ausgezeichnet

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Nach den Grußworten von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Susanne Hamm ( Vorsitzende Familienbündnis Osnabrück) und Landrat Michael Lübbersmann referierte Prof. Barbara Schwarze von der Hochschule zum Thema "Familienfreundliche Arbeitgeber-so gelingt Familienfreundlichkeit". Foto: Monika VollmerNach den Grußworten von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Susanne Hamm ( Vorsitzende Familienbündnis Osnabrück) und Landrat Michael Lübbersmann referierte Prof. Barbara Schwarze von der Hochschule zum Thema "Familienfreundliche Arbeitgeber-so gelingt Familienfreundlichkeit". Foto: Monika Vollmer

Osnabrück. Stadt- und Landkreis verliehen zum zweiten Mal die Auszeichnung „Familienfreundliche Arbeitgeber in der Region Osnabrück“ an regionale Firmen und Einrichtungen. 22 Unternehmen haben am Mittwoch im Museum am Schölerberg für ihre lebensphasenorientierte und familienfreundliche Personalpolitik das Qualitätssiegel erhalten.

Der Nachwuchs ist plötzlich erkrankt, die Kita streikt oder die letzten Unterrichtsstunden fallen aus - in solchen Situationen benötigen berufstätige Mütter oder Väter den familienfreundlichen Arbeitgeber. Um gut qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen oder zu halten, sorgen in der Region Osnabrück zahlreiche Dienstgeber mit verschiedenen Maßnahmen dafür, dass Familie und Beruf besser zu vereinbaren sind. Dabei spielt nicht unbedingt die Größe des Unternehmens eine Rolle.

Entwickelt wurde das Siegel von regionalen wirtschafts- und familienfreundlichen Einrichtungen, Verbände und Politik unterstützen die Zertifizierung. Seit der Einführung 2017 bemühten sich knapp 70 Unternehmen um die Auszeichnung, die bislang 63 Mal verliehen wurde. Dabei testen unabhängige Prüfer in sieben Bereichen die Mindestanforderungen, geben Anstöße zu wichtigen „Change-Prozessen“ innerhalb einer Organisationsstruktur und stehen für Informationen und Fragen zur Verfügung. „Für die Region Osnabrück ist es ein Schritt in die richtige Richtung einer gleichberechtigten und kinderfreundlichen Arbeitswelt. Das sieht man auch daran, dass sich so viele Unternehmen für die Zertifizierung bewerben“, zeigt sich die Vorsitzende des Familienbündnisses Susanne Hamm zuversichtlich. Sie verweist allerdings auch auf Ergebnisstudien die zeigen, dass gerade der Anteil an vollbeschäftigten Mitarbeitern in Deutschland noch zunehmen könne.

„Familie und Arbeit, das sind zwei Begriffe, die vor gar nicht allzu langer Zeit so nicht zusammenpassten. Erst Anfang 1990 gewann eine frühe Kinderbetreuung an Akzeptanz, heute haben Frauen und Männer Ziele im Berufsleben, gestalten partnerschaftlich die Erziehung“ betont Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in seinem Grußwort. Ebenso wie Landrat Michael Lübbersmann bestätigt Griesert, dass sich Familienfreundlichkeit auch betriebswirtschaftlich rechnet. Neben erhöhten Chancen im Wettbewerb um neue Arbeitskräfte sehen die beiden Grußredner Vorteile darin, dass qualifizierte Bewerber schneller aus dem Erziehungsurlaub zurückkehren, dadurch die Kosten für Einarbeitungszeiten sinken, Krankenstand und Fehlzeiten geringer werden und die Arbeitnehmer insgesamt motivierter sind. „Wir sind eine bundesweit starke Region in Handwerk und Mittelstand und wir brauchen weiterhin Unternehmen wie sie“, bedankt sich der Oberbürgermeister bei den anwesenden 22 Betrieben und überreicht zusammen mit dem Landrat das Kuvert mit dem Qualitätssiegel.

Flexibles Arbeiten, sich um Familie kümmern und gleichzeitig Karriere machen? Die anwesenden Unternehmen haben Möglichkeiten gefunden, dass dies kein Widerspruch ist. Gepunktet wird mit Wunscharbeitsplänen, flexiblen Arbeitszeiten, mit Angeboten zur Kinderbetreuung oder für individuelle Bedürfnisse aber auch mit Kooperationen zu Schulen oder Pflegeheimen. „Wir hoben unsere Personaldecke an und können jetzt den ausnahmslos weiblichen Angestellten von denen 90 Prozent Familie haben, flexible Arbeitszeiten von 6 bis 30 Stunden die Woche anbieten“, freut sich Apotheker Matthias Siemer über sein Erfolgsmodell und die für die nächsten drei Jahre gültige Zertifizierung.

Mit dem Qualitätssiegel erhalten Arbeitgeber professionelle Unterstützung für ihre familienfreundliche und lebensphasenorientierte Personalpolitik. Foto: Monika Vollmer

Professor Barbara Schwarze von der Hochschule referiert, wie wichtig Familienfreundlichkeit im Berufsleben ist und wie sie gelingen kann. Sie verweist auf den Wandel der Lebensformen, die Veränderungen in den letzten 20 Jahren, die heterogen werdenden Belegschaften und das Einstellen auf den viel breiter definierten Begriff von Familie.

„34 Prozent der Frauen arbeiten Teilzeit wegen familiärer Verpflichtungen“, so Schwarze, die noch viel Potential für mögliche vollzeitnahe Tätigkeitsmodelle sieht. Auch die Bedeutung der Beschäftigten ohne Kinder und ohne pflegebedürftige Angehörige sollte ihrer Meinung nach nicht unterschätzt werden.

Als „Familienfreundliche Arbeitgeber in der Region Osnabrück“ wurden ausgezeichnet:

Artland Apotheke, Bersenbrück; Aventra GmbH, Osnabrück; Avermann Maschinenfabrik/ Betonfertigteiltechnik GmbH& Co. KG, Osnabrück; AWIGO Abfallwirtschaft Landkreis Osnabrück GmbH, Georgsmarienhütte; CP Group GmbH, Osnabrück; Dörenbergklinik GmbH, Bad Iburg; Elea Vertriebs- und Vermarktungsgesellschaft mbH, Quakenbrück; Evangelische Familienbildungsstätte, Osnabrück; Helmes Maschinenbau GmbH, Osnabrück; HLB Klein Mönstermann, Osnabrück; Klöker& Partner, Osnabrück; Berhard Kreiling GmbH& Co KG, Bersenbrück; Lega S Jugendhilfe gGmbH, Osnabrück; PURPLAN GmbH, Wallenhorst; Rehaklinikum Bad Rothenfelde; Samtgemeinde Artland, Quakenbrück; Sanatorium Kassen e.K., Bad Iburg; Eberhard Schweer GmbH& Co. KG, Georgsmarienhütte; Solarlux GmbH, Melle; Sparkasse Osnabrück; TKT Kunststoff-Technik GmbH, Bad Laer; Volkswagen Osnabrück GmbH


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