„Rechnen uns sehr gute Chancen aus“ Grüne im Kreis Osnabrück fordern Landrat Lübbersmann heraus

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Osnabrück. Die Grünen wollen in den kommenden Wochen einen Landratskandidaten benennen. „Wir werden auf jeden Fall einen Kandidaten stellen“, sagte die Sprecherin des Kreisvorstands der Grünen im Landkreis Osnabrück, Elisabeth Middelschulte, auf Anfrage unserer Redaktion. Sie geht davon aus, dass in den kommenden Wochen eine Entscheidung fällt und sagt, dass der Kandidat „nicht zwingend ein Mitglied der Grünen sein muss“.

Middelschulte ist es wichtig, dass die Grünen einen „aussichtsreichen Kandidaten“ in den Wahlkampf gegen Landrat Michael Lübbersmann schicken. Die Bersenbrückerin bedauert, dass die SPD am vergangenen Wochenende mitteilte, auf die Nominierung eines eigenen Landratskandidaten zu verzichten: „Ich finde es schade, wenn eine alte und gleichzeitig so stolze Partei es nicht schafft, einen geeigneten Bewerber zu finden. Es ist schade, dass die SPD sich nicht mit einem eigenen Kandidaten profilieren will.“ Allerdings sieht sie die Position des Kandidaten, den die Grünen benennen wollen, dadurch auch gestärkt. „Wir rechnen uns mit unserem Kandidaten nun sehr gute Chancen aus“, sagt Middelschulte.

Rückenwind aus Bayern für die Landratswahl am 26. Mai

Sie geht davon aus, dass der Landratskandidat der Grünen viele Wähler aus dem linken und bürgerlichen Lager für sich gewinnen kann. „Der Klimaschutz wird immer wichtiger und wir wollen schon länger Themen wie den Wohnungsnotstand und den Pflegenotstand bekämpfen“, erläutert Middelschulte. Durch die Landtagswahl in Bayern, wo die Grünen mit 17,5 Prozent zweitstärkste Kraft wurden, spricht Middelschulte zudem von „Rückenwind aus Bayern“ für die Landratswahl am 26. Mai.

Kavermann oder Kebschull als Landratskandidat?

Der Fraktionschef der Grünen im Kreistag, Rainer Kavermann, und die stellvertretende Fraktionschefin Anna Kebschull wollten auf Anfrage unserer Redakton keine Stellung dazu beziehen, ob sie als Landratskandidat der Grünen zur Verfügung stehen würden. Kebschull kritisierte, dass die SPD auf einen eigenen Kandidaten verzichtet: „Mein demokratisches Verständnis ist es, dass der Wähler eine Wahlmöglichkeit braucht. Daher bedauere ich persönlich auch die Entscheidung des SPD-Vorstands, keinen Kandidaten aufzustellen.“ Das schade der Demokratie, fördert Politikverdrossenheit und öffne rechte und linke Flanken. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Bramsche, Filiz Polat, steht wegen ihres Bundestagsmandats nicht als Landratskandidatin zur Verfügung. Grünen-Kreisgeschäftsführer Johannes Bartelt wies darauf hin, dass der erweiterte Vorstand aus Kreisvorstand, Ortsverbandsvertretern, Kreistagsfraktion und der Grünen Jugend am 16. November über den Landratskandidaten der Grünen beraten werde.

Steinkamp und Halfter wollen nicht kandidieren

Die parteilosen Bürgermeister aus Wallenhorst und Bissendorf, Otto Steinkamp und Guido Halfter, stehen unter den aktuellen Bedingungen nicht als Landratskandidat zur Verfügung.

Linke will Landratskandidaten der Opposition unterstützen

Die Kreisgeschäftsführer der Linken, Michele Leiker, sagte, dass nach dem Rücktritt von Kreisparteichef Lars Büttner und des Kreisvorstands ( wir berichteten) erst ein neuer Kreisvorstand gewählt werden müsse, der dann entscheide, ob die Linke einen Kandidaten aufstellt. Laut Leiker wird die Linke aber auf jeden Fall einen Landratskandidaten aus der Opposition im Kreistag unterstützen.


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