Für Toleranz und Respekt Mehr als 5000 Bürger setzen in Osnabrück Zeichen gegen rechts

Von Tom Bullmann

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Osnabrück. „Wir machen was“, lautete am Sonntag das Motto einer Veranstaltung in der Osnabrückhalle, die für Toleranz und Respekt warb. Gleichzeitig lockte im Veranstaltungsort Bastard Club das musikalische „Kaffeekränzchen gegen rechts“ zahlreiche Besucher an.

Im Foyer der Osnabrückhalle gab es kein Durchkommen mehr, als der Matthäus-Chor das Halleluja sang. Auf der Treppe zum obersten Foyer hat sich der gemischte Chor positioniert, um seien Beitrag zu einer Veranstaltung zu leisten, die unter dem Stichwort „Wir machen was“ ein lebendiges und vielfältiges Plädoyer für Toleranz und Respekt abgab.

Zahlreiche Vereine, Organisationen und Kulturschaffende waren dem Aufruf gefolgt, den die Mitarbeiter der Osnabrückhalle initiiert hatten. Aufgeschreckt durch die zunehmenden rechten Aktivitäten in Deutschland, wollte man gemeinsam ein Zeichen setzen. Und es funktionierte. Zahlreiche Besucher flanierten durch die Flure, Säle und Foyers der Veranstaltungshalle, holten sich an den Ständen von wohltätigen Vereinen, Kriegsgegnern und sozialen Organisationen Informationen, lauschten Lesungen und diskutierten mit Rassismusgegnern. Dazwischen wurde ab 15 Uhr mannigfach Kultur geboten: Fabulara unterhielt die Jüngsten mit seiner witzigen Kindershow, in einem kleineren Saal boten Musikgruppen Elektropop, Worldmusik, Hip-Hop und rockige Klänge, die Tanzschule Hull ließ im unteren Foyer inklusive Tanzgruppen auftreten.

Mittendrin zeigten „Polizei-Scouts“ Präsenz, junge Menschen mit Migrationshintergrund, die Aufklärungsarbeit über die Polizei leisten und für Respekt und Toleranz warben.

Veranstaltung im Bastard Club

Auf einer elektronischen Anzeigetafel wurde darüber informiert, dass die Osnabrückhalle nicht der einzige Ort war, an dem die Menschen in Osnabrück ein Zeichen gegen rechte Tendenzen setzten.Im Bastard Club wurde zum „Kaffeekränzchen gegen rechts“ eingeladen. Dort traten ab 17 Uhr sieben Bands auf. Schon auf dem Vorplatz diskutierten dort zahlreiche Menschen über Politik, im Kellersaal wurde kräftig gerockt und dem Blues gefrönt. Von Michael van Merwyk über Splitterfaser, Dampfmaschine bis zur Blues Company reichte die Palette, die sich dort in den Dienst der Toleranz stellten.

„Ich fühle mich hier wohl“, erklärte am Nachmittag Tosho Todorovic von der Blues Company. Er hatte seine Teilnahme an dem Spezialevent bereits zugesagt, als die Initiative der Osnabrück-Halle noch gar nicht gestartet war.

Einnahmen werden Verein Exit gespendet

„Es wollten so viele Bands auftreten, wir konnten gar nicht alle unterbringen“, erklärte Gerald Oppermann von dem kooperierenden Label Timezone Records. Bastard-Club-Betreiber Alexander „Schnalli“ Schröder schätze die Besucherzahl gegen Abend auf mehr als 500. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Tickets werden zum großen Teil an den Verein Exit Deutschland gespendet, der Aussteiger aus der rechten Szene unterstützt.

„Es ist höchste Zeit, sich für Respekt und Toleranz zu engagieren“, erklärte derweil Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in der Osnabrück-Halle. Der Schirmherr der Veranstaltung dankte allen Mitarbeitern und Teilnehmern für ihren beeindruckenden Einsatz. Am frühen Abend wurden am Halleneingang bereits mehr als 4000 Besucher gezählt, und die Initiatoren freuten sich über das bunte, friedvolle Zeichen, das die Osnabrücker Bürger setzten.


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