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Nur eine Frage des Preises Eigner ziehen mit: Osnabrück-Arena könnte am Güterbahnhof gebaut werden

Von Wilfried Hinrichs

<em>Seit Jahren</em> liefern sich Stadt und Investoren ein trickreiches Gerangel um die Nutzung der Brache am alten Güterbahnhof – hier ein Luftbild von September 2011. Foto: Gert WestdörpSeit Jahren liefern sich Stadt und Investoren ein trickreiches Gerangel um die Nutzung der Brache am alten Güterbahnhof – hier ein Luftbild von September 2011. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Eigentümer des Güterbahnhofs sind bereit, die Flächen für den Neubau einer Arena abzugeben. Es ist eine Frage des Preises, wie beide Seiten betonen.

„Ich werde nicht im Weg stehen“, sagte gestern der Miteigentümer des Güterbahnhofs Wolfgang Schreyer. Auch sein Partner, der Steuerberater Friedrich Schilling, ist grundsätzlich bereit, die Flächen der Stadt zur Verfügung zu stellen.

Damit scheint eine wichtige Voraussetzung für den Arena-Bau erfüllt. Ohne Zustimmung der Eigentümer hätten die Pläne beerdigt werden können, bevor der Stadtrat am Dienstag, 13. Dezember, die Grundsatzentscheidung über Neubau oder Sanierung der Osnabrückhalle treffen muss.

Er persönlich halte die Arena für eine „feine Sache“, sagte Immobilienfachmann Schreyer gestern. „Wer sich dagegen sperrt, ist dumm.“ Nach dem ersten Grobentwurf, der am Dienstagabend dem Stadtrat vorgelegt wurde, werden etwa 3,6 Hektar für Arena und Parkplatze benötigt. Die Stadt strebt eine Erbpacht an. Den jährlichen Zins gibt der städtische Finanzchef Horst Baier in seiner Kalkulation mit 72000 Euro an.

Das Gelände rund um den Güterbahnhof ist 22 Hektar groß. Schreyer und Schilling halten trotz der neu belebten Arena-Diskussion an ihrem Sonnenenergie-Projekt fest. „Dann wird die Fotovoltaik-Anlage eben etwas kleiner“, sagte Schreyer. Nach den ursprünglichen Plänen wollten die Grundeigentümer bis Ende des Jahres eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Gesamtareal errichten. Das wird sich angesichts der neuen Entwicklung wohl verzögern.

Die neue Halle soll dem groben Konzept zufolge aus einem hochwertigen Kongress- und Konzertbereich und einer Arena für Sport, Show und Konzerte bestehen. Beide Bereiche sollen räumlich getrennt werden, sodass sie parallel zu vermieten sind. „Es kann in der Arena ein Rockkonzert stattfinden und nebenan eine Vorlesung“, sagte Stadthallen-Chefin Sandra Gagliardi, „das stört nicht“. Ein großzügiges und flexibel nutzbares Foyer soll die beiden Sektionen verbinden. Die Erschließungskosten werden mit 800000 Euro veranschlagt. Das entspricht dem Anteil der Arena-Fläche an der Gesamtfläche des Güterbahnhofs.

Die Stadthallen-Chefin stellte am Dienstagabend dem Rat die Vermarktungschancen einer sanierten Osnabrückhalle und einer neuen Arena gegenüber. Die Osnabrückhalle könnte sich nach einer Generalüberholung besser am Markt behaupten, ihre Kapazitäten blieben aber auf dem heutigen Niveau. Die Arena böte mehr Platz (knapp 5000 Besucher bei unbestuhlten Konzerten), könnte Sportveranstaltungen aufnehmen und für Messen bis zu 8000 Quadratmeter Ausstellungsfläche aufbieten. Die Osnabrückhalle hätte maximal 6400 Quadratmeter zu bieten.

Oberbürgermeister Boris Pistorius appellierte in der Ratssitzung an die Kommunalpolitiker, sich intensiv mit den Zahlen zu beschäftigen und sich nicht zu früh festzulegen. „Die Entscheidung ist unumkehrbar“, so Pistorius.

Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung (www.facebook.com/neueoz) wird die Zukunft der Osnabrückhalle bereits intensiv diskutiert. Die Mehrheit spricht sich für einen Neubau aus.


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