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21.10.2018, 17:41 Uhr PEINLICHE ENTSCHEIDUNG

SPD ohne Landratskandidat: Ein Offenbarungseid

Ein Kommentar von Constantin Binder


Der Verzicht auf einen Landratskandidaten könnte dazu führen, dass die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Symbolbild: dpa/Fredrik Von ErichsenDer Verzicht auf einen Landratskandidaten könnte dazu führen, dass die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Symbolbild: dpa/Fredrik Von Erichsen

Osnabrück. Wie peinlich: Die SPD im Landkreis Osnabrück verzichtet auf einen eigenen Bewerber für die Landratswahl im kommenden Jahr. Ein Kommentar.

Der Verzicht der SPD mag zwar auf den ersten Blick konsequent erscheinen, weil sie im Kreistag ohnehin mit der Partei des erneut zur Wahl stehenden CDU-Amtsinhabers Michael Lübbersmann regiert – warum sollte sie dieses Bündnis also mit einem Gegenkandidaten infrage stellen? Tatsächlich aber ist der Beschluss des SPD-Kreisvorstandes ein Offenbarungseid: Was sagt es über die einst so stolze Volkspartei aus, dass keiner die Herausforderung wagt? Dass potenzielle Kandidaten von vornherein das Verliererimage scheuen, weil es einer Wiederwahl in ihr derzeitiges Amt im Wege stehen könnte? Ohne Gesicht kann die Partei jedenfalls keine Botschaften transportieren, und ohne Botschaften dürfte es den Bürgern noch schwerer fallen, sie zu wählen. 

Profitieren wird die Kreis-SPD von ihrem Verzicht folglich nicht. Vielmehr schlägt nun die Gunst der anderen Parteien, allen vorweg der Grünen, die gegen Lübbersmann zumindest einen Achtungserfolg erzielen könnten. Gelingt dies, dürfte im Landkreis Osnabrück das geschehen, was andernorts längst geschehen ist: dass die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.


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