Auch Johannesstift Dörpen/Papenburg dabei Osnabrücker Hospizdienst in der Kategorie Ehrenamt auf Platz 1

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Im Schloss überreichte Schirmherr Rudolf Seiters (links) den 4. Niedersächsichen Hospizpreis an Sabine Weber und Jan-Felix Simon (beide rechts). Das Foto zeigt als zweite von links Carmen Breuckmann-Giertz, Vorstandsmitglied des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Foto: Thomas OsterfeldIm Schloss überreichte Schirmherr Rudolf Seiters (links) den 4. Niedersächsichen Hospizpreis an Sabine Weber und Jan-Felix Simon (beide rechts). Das Foto zeigt als zweite von links Carmen Breuckmann-Giertz, Vorstandsmitglied des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Im Beisein von Landessozialministerin Carola Reimann (SPD) wurde am Samstag im Osnabrücker Schloss der Hospizpreis an sechs Preisträger aus ganz Niedersachsen verliehen. Schirmherr Rudolf Seiters freute sich, den ambulanten Osnabrücker Hospizdienst mit dem ersten Platz der Kategorie Ehrenamt auszeichnen zu können.

„Das ist ein großer Tag für die Stadt“, sagte Domkapitular Ulrich Beckwermert, als er dem Team des Hospizdienstes im Anschluss an die Veranstaltung gratulierte. Er war von der hohen Auszeichnung genauso überrascht wie die Preisträger. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, freute sich Geschäftsführer Jan-Felix Simon, der gemeinsam mit Sabine Weber den Preis entgegennahm. Sie vertritt als Geschäftsführerin im Bereich Altenhilfe die DIOS Diakonie in Osnabrück, und genau diese Zusammenarbeit zwischen Hospizdienst und Altenhilfe hatte die Jury beeindruckt. Bereits seit 2011 besteht eine vertraglich geregelte Kooperation der ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter mit den sieben Altenpflegeheimen in der Stadt.

37 Bewerbungen, so viele wie noch nie, gab es für den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Preis, der zum vierten Mal seit 2007 verliehen wurde und in zwei Kategorien aufgeteilt ist. Zum einen für ehrenamtliche Arbeit, zum anderen für Institutionen. In diesem Jahr lag der Fokus auf der Vernetzung von Hilfsangeboten aus Hospiz, Palliativmedizin und Palliativpflege. Den Preis vergibt die Hospiz-Stiftung Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Die Jury konnte sich über ein gut qualifiziertes Bewerberfeld freuen, das die Auswahl nicht leicht machte. Der Oldenburger Hospizdienst mit 150 Ehrenamtlichen und zwölf Hauptamtlichen, der den zweiten Platz belegte, hat zum Beispiel eine Onlineberatung für Jugendliche eingerichtet und auf einer Radtour unter dem Motto „Leben bis zuletzt“ Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Auf den dritten Platz kam der Ambulante Hospizdienst des Kirchenkreises Ronneberg, der eigens ein Haus angemietet hat, um in diesem „Lebenshaus“ mit Beratungen eine breite Zielgruppe zu erreichen.

Tod und Trauer ist für viele ein Tabuthema, viele ehrenamtliche Hospizmitarbeiter stoßen sogar auf Unverständnis in ihrem Umfeld. In ihrem Grußwort betonte Ministerin Reimann deshalb, die Begleitung Sterbender gehöre zu den wichtigsten Aufgaben der menschlichen Gesellschaft. Domkapitular Ulrich Beckwermert unterstrich, dass diese Aufgabe auch sehr lohnend sein kann: „Von Kranken und Sterbenden kann man lernen, sie können uns ganz viel geben.“ Für Landesoberkirchenrätin Andrea Radtke ist es ein zentraler Teil des Christentums, für einen Sterbenden da zu sein.

Auch die zweite Kategorie konnte vorbildliche Beispiele der Kooperation vorweisen: So hat der Erstplatzierte, die Rotenburger Werke, über 1000 Wohnplätze für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, unter ihnen auch viele anderer Glaubensrichtungen, sodass eine Kooperation mit der Rotenburger Moschee gesucht wurde. Der zweite Platz ging an das Altenzentrum Karl Flor in Hannover, das alle Mitarbeiter inklusive der Hauswirtschaftsleitung in der Hospizkultur schult. Auf Platz drei kam das Johannesstift Dörpen, das geistig Behinderte integriert und durch gute Vernetzung Krankenhauseinweisungen vermeidet.

Die Preisträger des 4. Niedersächsischen Hospizpreises:

Kategorie 1, Ehrenamt:

  • 1. Platz: Osnabrücker Hospiz e.V. – ambulanter Hospizdienst
  • 2. Platz: Stiftung Hospizdienst Oldenburg – ambulanter Hospizdienst
  • 3. Platz: Ambulanter Hospizdienst „Aufgefangen“ e.V. im Kirchenkreis Ronnenberg

Kategorie 2, Institutionen

  • 1. Platz: Rotenburger Werke, Rotenburg/Wümme
  • 2. Platz: Birkenhof e.V. Altenhilfe GmbH Altenzentrum Karl Flor, Hannover
  • 3. Platz: Johannesstift Dörpen/Papenburg Palliativstützpunkt Nördliches Emsland


Hospizarbeit in Niedersachsen

Hospizdienste begleiten Sterbende und Trauernde zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen. Sie arbeiten meist ehrenamtlich. In stationären Hospizen werden Sterbende aufgenommen.  

In Niedersachsen gibt es

28 Hospize und 2 Kinderhospize

130 ambulante Hospizdienste

15.000 Ehrenamtliche, von den 4.000 direkt in der Begleitung Sterbender arbeiten

37 Palliativstützpunkte

Quelle: Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN