Ringlinie auf den Weg gebracht Große Koalition in Osnabrück gibt dem Busverkehr einen Schub

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Osnabrück. Für das neue Busliniennetz zeichnet sich eine breite Mehrheit im Rat ab. Fast alle Fraktionen haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt, um den öffentlichen Nahverkehr voranzubringen. Zentrales Element ist eine Ringbuslinie, die auch an Samstagen bedient werden soll.

2,5 Millionen Euro pro Jahr kalkulieren die Stadtwerke für das verbesserte Angebot, das zum Beginn der Herbstferien am 7. Oktober 2019 in Kraft treten soll. Dieser Mehraufwand soll der Stadt Osnabrück in Rechnung gestellt werden, falls der Rat sich für das Gesamtpaket entscheidet. Nach den Diskussionen der vergangenen Monate wurde mit Spannung erwartet, wie sich die Parteien am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) positionieren würden. Doch schon vor der Sitzung stellte sich heraus, dass sich die Ratsfraktionen von CDU, SPD und Grüne auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt hatten. Die FDP schloss sich an, nachdem man vereinbart hatte, für die Siedlung in Hörne nach einer neuen Lösung zu suchen; und auch Pirat Nils Ellmers stimmte für die gemeinsame Vorlage.

Der Antrag zum neuen Busliniennetz unterscheidet kostenneutrale Änderungen und „weitere zusätzliche Verbesserungen“. Einig sind sich die Parteien, dass die Mehraufwendungen für das neue Busnetz im Jahr 2019 nicht durch eine Preisanhebung für das Einzelticket finanziert werden dürfen. Eine eventuelle Finanzierungslücke müsse aus den Mehreinnahmen kompensiert werden. Die Stadtwerke rechnen mit mehr Fahrgästen und erwarten , dass ihnen das bessere Angebot 600.000 Euro zusätzliche Fahrgelder in die Kassen spülen wird.

CDU-Ratsherr Christoph Bertels nannte das Konzept einen „großen Wurf für die gesamte Bevölkerung“. Damit werde der öffentliche Nahverkehr in Osnabrück entscheidend vorangebracht. Für die SPD vermerkte Ratsherr Heiko Panzer, die starke Bürgerbeteiligung habe viele gute Ideen hervorgebracht, die zum Teil in einer zweiten Ausbaustufe realisiert werden könnten. „Hoch erfreut“ über die interfraktionelle Einigkeit äußerte sich der Grüne Michael Kopatz, der sich zugleich für wirksame Schritte zur Busbeschleunigung aussprach.

Der gemeinsame Antrag wurde einstimmig verabschiedet. Am 30. Oktober entscheidet der Rat – auch über die Anbindung der Siedlung Hörne.


Das soll im Busverkehr ab Oktober 2019 besser werden

Folgende Verbesserungen im Stadtbusverkehr sollen nach dem Votum des Stadtentwicklungsausschusses ab Oktober 2019 gelten. Die jeweils angegebenen Kosten wird die Stadt den Stadtwerken erstatten.

Verdichtung der Metrobuslinie M4 zwischen Neumarkt und Hellern (bis zum Abzweig Große Schulstraße) auf einen 10-Minuten-Takt (Kosten ca. 640.000 Euro)

Anbindung von Hörne im 60-Minuten-Takt (im Schülerverkehr dichter) durch die Verlängerung der Linie in die Wüste (ca. 220.000 Euro). Sollten in den nächsten zwei Jahren nicht mindestens durchschnittlich 40 bis 50 Fahrgäste pro Haltestelle im Abschnitt OKD-Straße – Hörne dieses Angebot nutzen, wird dieser Schritt zur Disposition gestellt. Aktuell werden im Schnitt etwa 20 Ein-und Aussteiger pro Haltestelle in diesem Abschnitt gezählt. Über diesen Punkt besteht allerdings noch Diskussionsbedarf.

Zusätzlicher Anrufbus mit zwei Fahrten pro Stunde zwischen Hörne und der Haltestelle Kurt-Schumacher-Damm, so dass sich für Hörne insgesamt ein 20-Minuten-Takt ergibt (ca. 40.000 Euro). Der Anrufbus fährt nach Fahrplan, allerdings nur, wenn sich mindestens ein Fahrgast vorher telefonisch angemeldet hat. Der Anrufverkehr wird als Pilotprojekt angesehen und zunächst beobachtet. Über eine Fortführung wird nach ein-bis zwei Jahren entschieden.

Neue Ringlinie: Die ursprüngliche Tangentiallinie wird zu einer Ringlinie erweitert, und zwar unter Einbeziehung der Lotter Straße und dem Stadtteil Fledder montags bis freitags im 20-Minuten-Takt(ca. 616.000 Euro). An Samstagen sollen die Busse auf der Ringlinie im 30-Minuten-Takt fahren (ca. 108.000 Euro).

Anbindung von Atter in einem 20/40-Takt mit umstiegsfreier Verbindung von und zur Innenstadt durch eine Verlängerung der Linie 21 über den Linienweg Landwehrstraße – Atterstraße. Außerdem soll es eine Anbindung der Strothesiedlung im 60-Minuten-Takt und eine Weiterführung von sechs Fahrtenpaaren montags bis freitags ins Gewerbegebiet Attersee geben. Die Lösung für Atter wird als aufwandsneutral angesehen, die Kosten für die Anbindung des Gewerbegebietes Attersee werden auf 60.000 Euro geschätzt.

Zusätzlicher Anrufbus für Voxtrup im 20-Minuten-Takt zwischen der Endhaltestelle Voxtrup und der Haltestelle Spitze, sodass sich gemeinsam mit der neuen Linie 41 ein Zehnminuten-Takt ergibt (ca. 60.000 Euro). Der Anrufverkehr wird als Pilotprojekt angesehen, über eine Fortführung wird nach ein-bis zweijähriger Erfahrung entschieden.

Ausweitung der Taktfrequenzen: Eine Stunde früher und eine abends länger, von 6 Uhr bis 20 Uhr, sollen die Metrobuslinien im Zehnminutentakt fahren. Für die weiteren Linien soll in diesem Zeitraum der 20-Minuten-Takt gelten (ca. 770.000 Euro).

Der „Tagestakt“ der Buslinien wird verlängert: Montags bis freitags soll der 10- bzw. 20-Minuten-Takt bis 19:30 Uhr und somit eine Stunde länger als heute aufrecht erhalten werden. Samstags fahren alle Metrobuslinien im Zehnminutentakt, und das auch abends bis 19:30 Uhr und somit 1,5 Stunden länger als heute. Am Sonntag verkehren die Metrobuslinien bereits um 12:30 Uhr und somit 1,5 Stunden früher als heute im 15-Minuten-Takt (kostenneutral).

Die neue Linie 11 in Schinkel-Ost wird über die Nordstraße und die Belmer Straße geführt (anstelle Gretescher Weg). Somit kann die Anbindung an die Siedlung Gretesch beibehalten werden (ebenfalls kostenneutral).

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