Barmer-Gesundheitsreport Osnabrücker sind seltener krank als Umland-Bewohner

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Symbolbild: dpa/Franziska GabbertSymbolbild: dpa/Franziska Gabbert

Osnabück. Sind die Stadtbewohner gesünder als die Menschen im Landkreis Osnabrück? Nach dem Barmer-Gesundheitsreport 2017 meldeten sich Osnabrücker bei ihren Arbeitgebern deutlich seltener krank als Bewohner des Umlandes.

Im Durchschnitt fehlte 2017 jeder Erwerbstätige aus Osnabrück 15,8 Tage an seinem Arbeitsplatz, weil er krankgeschrieben war. Damit liegen die Stadtmenschen deutlich unter dem Durchschnitt im Landkreis Osnabrück, wo Berufstätige im Schnitt 17,2 Tage krankheitsbedingt pausieren mussten. Niedersachsenweit liegt die durchschnittliche Fehlzeit bei 17,7 Tagen, bundesweit bei 17,6. Die Spannbreite der Ausfallzeiten reicht laut Gesundheitsreport von 13,9 Tagen im Kreis Vechta bis zu 21,6 Tagen in Wilhelmshaven.

Wo liegen die Ursachen?

Wer zu den Urschen für die unterschiedlichen Fehlzeiten in Stadt und Landkreis vordringen will, müsse die Krankheitsbilder anschauen, sagte Barmer-Regionalgeschäftsführer Lars Klenke bei der Vorstellung des lokalen Gesundheitsreports. Psychische Erkrankungen wie das Ausgebranntsein (Burn-out) gehören zu den häufigsten Diagnosen auf den Krankmeldungen in Stadt und Landkreis. Und da die Versorgung mit Psychotherapeuten oder Psychiatern auf dem Lande nicht so eng geknüpft ist wie in der Stadt, liefen die Betroffenen auf dem Land zunächst in der Praxis ihres Hausarztes auf. "Der kann dann meist nur eines tun: Den Patienten aus dem Verkehr ziehen", sagte Klenke.

Eine Deutung, der Experten aus der Psychiatrie durchaus folgen können, auch wenn sie dafür keine nachprüfbaren Daten zur Hand haben. "Je eher eine psychiatrische Erkrankung als solche diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen, was sich auch auf die Fehlzeiten auswirkt", teilt die Sprecherin der Ameos-Klinik, Verena Mack, auf Anfrage mit. Psychische Probleme ziehen meist lange Fehlzeiten nach sich. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 45 Fehltagen. 

Osnabrück ist kein Sonderfall. Das Phänomen der Stadt-Landkreis-Schere bei den Fehlzeiten ist nach Barmer-Angaben auch in Oldenburg, Hannover und Braunschweig zu beobachten. 

Vor allem der Rücken 

Auf Platz zwei stehen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Dahinter verbergen sich vor allem Rückenbeschwerden. Und auch hier gehen die Zahlen von Stadt und Landkreis Osnabrück erheblich auseinander. Während in der Stadt die Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenbeschwerden um 16 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt bleibt, liegt sie im Landkreis um fünf Prozent darüber. 

Was die Firmen tun können

Ein Krankheitstag koste einen Arbeitgeber im Schnitt 400 Euro, so Klenke. Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter – zum Beispiel für Gesundheitskurse und Sportangebote – machten sich bezahlt. Nicht minder wichtig sei  das Signal an die Mitarbeiter: "Sie nehmen es als Zeichen der Wertschätzung wahr", so Klenke. Seit 2015 sind die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, Angebote zur Verbeugung und Früherkennung zu machen. In Kooperation mit den Kassen können Firmen zum Beispiel Hautscreening oder  Krebsvorsorgeuntersuchungen, Rücken- oder Reha-Sport anbieten. Klenke: "Wir stehen als Ansprechpartner gerne bereit." 


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