Omnibusfilm gegen Vietnamkrieg Retrospektive zum Thema "Krieg und Protest"

Szenenbild aus dem Film "Fern von Vietnam - Loin du Vietnam", der im Rahmen der Retrospektive am Freitag um 17.30 in der Lagerhalle läuft. Foto: CNC Archives françaises du filmSzenenbild aus dem Film "Fern von Vietnam - Loin du Vietnam", der im Rahmen der Retrospektive am Freitag um 17.30 in der Lagerhalle läuft. Foto: CNC Archives françaises du film
Patrice Delavie

Osnabrück. Die Retrospektive „Krieg und Protest“ hebt anhand selten gezeigter filmischer Beispiele die Wechselwirkung von Krieg und Protest im Zeitalter des Vietnamkrieges hervor.

Das Unabhängige FilmFest Osnabrück hat seine Retrospektive zurück. Und das mit einem universellen Thema. „Krieg und Protest – Eingreifende Filme im Zeitalter des Vietnamkriegs“ lautet der programmatische Titel, der zwei Programmblöcke beinhaltet und selten gezeigte Filme präsentiert, die erhöhte Aufmerksamkeit verdienen.

Am Freitag ist die aus damaliger wie auch aus heutiger Sicht ungewöhnliche Produktion „Fern von Vietnam“ (1967) zu sehen. Unter Federführung von Chris Marker taten sich sieben Filmgrößen, unter ihnen Jean-Luc Godard, Claude Lelouch und Agnès Varda zusammen, um filmisch in einem episodisch miteinander verbundenen Omnibusfilm ein Fanal gegen die US-amerikanische militärische Aggression in Vietnam zu setzen. Samstag folgen dann fünf Kurzfilme von Harun Farocki (BRD) und Peter Ulbrich (DDR), die sich formal wie inhaltlich auf höchst unterschiedliche Art und Weise gegen den Krieg der USA in Indochina aussprechen.

Die Retrospektive soll nicht einfach nur dazu dienen, Krieg und Protest jener Zeit dokumentarisch abzubilden. Dem Historiker Alexander Sedlmaier, der die Retrospektive im Rahmen seines Forschungsprojektes zur Geschichte von Krieg und Protest im 20. Jahrhundert von der Ruhr-Universität Bochum an das Festival herangetragen hat, geht es um mehr. Ihm geht es darum, die Wechselwirkung von Krieg und Protest hervorzuheben. Zu verdeutlichen, „was Krieg mit Protest macht und was Protest mit Krieg macht“, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betont.

Sedlmaier, der gerade erst sein zunächst auf Englisch und nun auch auf Deutsch erschienenes Sachbuch „Konsum und Gewalt – Radikaler Protest in der Bundesrepublik“ (Suhrkamp) auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt hat, begleitet beide Filmblöcke mit einer Einführung und steht hinterher dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

Retrospektive „Krieg und Protest“: „Fern von Vietnam“, Freitag, 19. Oktober, 17.30 Uhr, Lagerhalle. „Ulbrich – Farocki. Der Vietnamkrieg in fünf Filmen aus dem geteilten Deutschland“, Samstag, 20. Oktober, 15.00 Uhr, Lagerhalle.


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