Prozess am Landgericht Mann aus dem Osnabrücker Nordkreis wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen

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Am Osnabrücker Landgericht läuft momentan der Prozess gegen einen Mann aus dem Nordkreis. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in mehreren Fällen vorgeworfen. Ein Teil der Verhandlung wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Foto: Sebastian PhilippAm Osnabrücker Landgericht läuft momentan der Prozess gegen einen Mann aus dem Nordkreis. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in mehreren Fällen vorgeworfen. Ein Teil der Verhandlung wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Foto: Sebastian Philipp

Osnabrück. Am Osnabrücker Landgericht läuft momentan der Prozess gegen einen Mann aus dem Nordkreis. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in mehreren Fällen vorgeworfen. Ein Teil der Verhandlung wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

Der 32-jährige Angeklagte aus dem Osnabrücker Nordkreis erschien in Begleitung seines Betreuers und seines Pflichtverteidigers zu der Verhandlung. Ihm gegenüber saßen neben der Staatsanwältin auch Vertreter der Nebenklage: Nur gelegentlich wanderte der Blick des unsicher wirkenden Angeklagten zu der Mutter eines der mutmaßlich missbrauchten Kinder.

Schwere Vorwürfe

Die Vorwürfe der Anklage wiegen schwer und sind auch für erfahrene Gerichtsbesucher schwer zu ertragen. Kurzum: Dem Mann wird vorgeworfen, in der ersten Jahreshälfte des vergangenen Jahres gleich mehrfach Kinder aus seinem persönlichen Umfeld schwer sexuell missbraucht zu haben. In einem Fall soll er sogar ein Foto mit seinem Smartphone gefertigt haben.

Regungslos vernahm der Angeklagte die von der Staatsanwältin verlesene Anklageschrift. Sein Rechtsanwalt beantragte für die Vernehmung des Angeklagten den Ausschluss der Öffentlichkeit, dem das Gericht nachkam. Hintergrund ist eine Regelung im Gerichtsverfassungsgesetz (GVG), die besagt, dass die Öffentlichkeit dann ausgeschlossen werden kann, wenn das Verfahren die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus zum Gegenstand hat. Angesichts der im Raum stehenden verminderten Schuldfähigkeit des Mannes machte der Rechtsanwalt des Angeklagten davon Gebrauch.

Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen

Ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgten die Aussagen mehrerer am Prozess beteiligter Personen, darunter auch teilweise die der mutmaßlich missbrauchten Kinder. Die Aussage eines der Minderjährigen hatte ein psychologischer Gutachter auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen – immerhin handelte es sich um einen zum Tatzeitpunkt Siebenjährigen. Der Psychologe wertete die Aussage, mit der der Angeklagte belastet wurde, als glaubhaft.

Ebenfalls gehört wurde die Ermittlerin der Polizei, der sich eine Mutter offenbarte, als ihr Sohn sie über die angeblichen sexuellen Handlungen des Angeklagten informierte. Während einer Hausdurchsuchung bei dem Angeklagten stellten die Beamten eine fünfstellige Zahl an Kinderfotos auf dem Laptop des Mannes fest, jedoch kaum kinderpornografisches Material im engeren Sinne. Allerdings stellte die Polizei auch Bilder sicher, die auf eine Misshandlung eines weiteren Kindes im weiteren persönlichen Umfeld des Mannes schließen lassen. 

Urteil möglicherweise Mitte November

Die Nebenklägerin, Mutter eines zum Tatzeitpunkt siebenjährigen Jungen, berichtete, dass sich ihr Sohn nach der Misshandlung sehr verändert habe. Er sei vor allem in der Schule sehr aggressiv aufgetreten, außerdem habe sich sein Bettnässen immens verschlechtert. 

In der kommenden Woche werden noch weitere Personen gehört, anschließend könnten die Plädoyers gehalten werden. Mit einem Urteil rechnen Prozessbeobachter Mitte November.


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