Ehrung für Christian von Bar Osnabrücker Jura-Professor erhält Verdienstkreuz

Von Viktoria Koenigs

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vkoe Osnabrück. Dem Osnabrücker Rechtswissenschaftler Christian von Bar ist das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Überreicht wurde die Auszeichnung von Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza.

„Wer sich mit dem internationalen Privatrecht beschäftigt, kommt an diesem Namen nicht vorbei“, sagte Havliza in ihrer Laudatio auf von Bar. Angesichts seines vielfachen Engagements auf rechtswissenschaftlicher und ehrenamtlicher Ebene sei es für sie kein Wunder, dass der Professor mit dem Verdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet wurde und damit der höchsten Anerkennung, die die Bundesrepublik vergibt.

Während der Zeremonie im Friedenssaal des Rathauses stellte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sowohl von Bar als auch die ebenfalls aus Osnabrück stammende Havliza in Tradition von Justus Möser, der als Osnabrücker Jurist und Literat Geschichte geschrieben habe. „Sie haben das Leben und das Profil der Stadt wie Möser gepflegt und geprägt“, sagte Griesert an die Adresse der beiden hochrangigen Juristen.

Von Bar zählt zu den renommiertesten Wissenschaftlern der Universität Osnabrück und ist auf dem Gebiet der europäischen Rechtsvergleichung international bekannt. Ihm obliegt die geschäftsführende Leitung des von ihm selbst gegründeten European Legal Studies Institute (ELSI), also des Instituts für Europarecht. Außerdem engagiert sich von Bar, der bereits achtmal mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet wurde, ehrenamtlich bei der Johanniter-Hilfsgemeinschaft.

Im Namen des Bundespräsidenten überreichte die Landesministerin das Verdienstkreuz. Seit über 30 Jahren kenne sie die Familie des Preisträgers auch privat, berichtete sie, und sei auch schon bei den von Bars zu Gast gewesen, um gemeinsam Doppelkopf zu spielen.

Auch der Justizministerin selbst wurde eine besondere Ehre zuteil: Vor der Verdienstkreuz-Zeremonie trug sich Havliza in das Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein. Die gebürtige Wallenhorsterin war vor ihrer Ernennung zur Ministerin unter anderem viele Jahre lang Richterin am Landgericht Osnabrück. Sie bezeichnete es als einen „ehrfürchtigen Moment“, sich in das Goldene Buch ihrer Heimatstadt eintragen zu dürfen.

„Frieden ist nicht sexy genug“

In seiner Dankesrede widmete sich von Bar der aktuellen Entwicklung in Europa. Die EU bezeichnete der Rechtswissenschaftler als einen Raum der Freiheit, der Sicherheit und nicht zuletzt des Rechtes. Das Recht sei ein Bestandteil des Friedens, der in der heutigen Gesellschaft nicht beliebt genug sei. „Frieden scheint nicht sexy genug zu sein“, beklagte von Bar später im Gespräch mit unserer Redaktion, „er spricht den Testosteronspiegel der Männer offenbar nicht genug an“.

Vielfach ausgezeichnet

Für seine wissenschaftlichen Verdienste hält von Bar Ehrendoktorwürden der schwedischen Universität Uppsala und der traditionsreichen estländischen Universität Tartu sowie der Universitäten von Löwen/Belgien (2003), Helsinki/Finnland (2010), Tschenstochau/Polen (2011), Kattowitz/Polen (2012) und Allenstein/Polen (2013). Der Rechtswissenschaftler ist darüber hinaus Träger des Leibniz-Preises (1993), des Niedersächsischen Staatspreises 2006 sowie mehrerer internationaler Auszeichnungen.


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