Konzert im Rosenhof Mitreißende Performance von „The Bollock Brothers“

Extravaganter Gesang: Jock McDonald von „The Bollock Brothers“ im Rosenhof. Foto: Hermann PentermannExtravaganter Gesang: Jock McDonald von „The Bollock Brothers“ im Rosenhof. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück Die britische Rockband „The Bollock Brothers“ hat den Osnabrücker Rosenhof zum Kochen gebracht.

Etwa 300 Zuhörer waren gekommen, um das Konzert der seit 1979 aktiven Band mitzuerleben. Der mehr als zweistündige Abend erwies sich als große Party. Beim ersten Song klammerten sich einige Besucher zwar noch an ihre Biergläser, aber ein paar Nummern später war es dann schon ordentlich voll vor der Bühne. Da wurde getanzt, gehüpft und gerockt. Die Band sollte schon vor zwei Jahren in der Hasestadt spielen, musste ihren Auftritt in der Kleinen Freiheit damals jedoch aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Kein Best-of-Programm

Mitgebracht hatten die Punkrocker zahlreiche Songs der letzten Jahrzehnte, aber auch neuere Titel von ihrem letzten Album. Was die Musiker ablieferten, war aber kein bloßes Abspulen eines Best-of-Programms von Altrockern, sondern eine abwechslungsreiche und mitreißende Performance. Das brillante Quintett bot knackige Drumlines, wummernde Bässe und einen schneidenden E-Gitarren-Sound. Mit seinem extravaganten skandierten Gesang widmete sich Jock McDonald Themen wie Politik, Kirche und Fußball. Wenn er sich eine kleine Verschnaufpause gönnte, griffen Gitarrist Chris McKelvey oder Drummer Patrick Pattyn zum Mikrofon und heizten dem Publikum nicht minder genial ein.

New Wave und Punkrock

Das Publikum, das aus sämtlichen Altersklassen bestand, ließ sich von den fünf Rockern mitreißen und startete einen sehenswerten Pogo. Da wurde im Up-and-down-Stil gehüpft, an der Kleidung gezerrt und sich angesprungen, während die Musiker ihre britische Rüpelhaftigkeit zelebrierten und einen so kraftvollen, lauten und extrem guten Auftritt hinlegten, dass der Boden vibrierte. Rocknummern wie „Jack the Ripper“, „Horror Movies“, „The Last Supper“ oder „Harley David (Son of a Bitch)“ wurden vom Publikum abgefeiert, bei „Can I put my Hands on you“ sang der Saal lauthals mit.

Was „The Bollock Brothers“ veranstalteten, war eine große Party. Da wurde ein Feuerwerk aus New Wave und Punkrock abgefackelt und der Rosenhof geradezu abgerissen. Vor allem aber gab sich das Quintett sehr publikumsnah.

Wiederholt stürmten Fans die Bühne, umarmten Jock McDonald, sangen mit ihm gemeinsam ins Mikro, klatschten bei Bassist Richard Collins und Keyboarder Morgan Michaux ab oder ließen sich am Bühnenrand CDs signieren. Erst nach mehreren Zugaben durfte die Band die Bühne verlassen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN