Sozialverband Deutschland "Private Altersvorsorge ist gescheitert"

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Der aktuelle Kreisvorstand des Sozialverband Deutschland. Foto: Stefan BuchholzDer aktuelle Kreisvorstand des Sozialverband Deutschland. Foto: Stefan Buchholz

Osnabrück. Der Sozialverband Deutschland hat sich auf einer Tagung im Kreishaus als Anwalt derjenigen positioniert, die auf Lebenshilfen angewiesen sind.

Kerngeschäft des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) ist die Sozialberatung inklusive Vertretung seiner Mitglieder vor den Verwaltungen und Sozialgerichten. Mit rund 1400 Verfahren helfe der Verband jährlich manchen der gut 9000 Mitglieder im Kreisgebiet. Viele Anträge, aber auch Widersprüche und Klageverfahren gegen behördliche Entscheide gingen für die SoVD-Mitglieder positiv aus, führte Geschäftsstellenleiter Carsten Elmer aus.

Wahrnehmung neuer Mitglieder verbessern  

Gerd Groskurt sprach als Kreisverbandsvorsitzender im Rechenschaftsbericht beispielsweise die verbesserte Wahrnehmung von neuen Mitgliedern an. Optimiert habe man die Anzahl dieser Treffen. Von bislang einem, ist die Zahl der Treffen für Neue SoVD-Mitglieder auf vier, verstreut über das Kreisgebiet, gestiegen. Manches Neumitglied ist sogar für Vorstandsarbeiten zu gewinnen gewesen, so Groskurt.

Landrat Michael Lübbersmann versicherte der Delegiertenversammlung, dass man die Arbeit des SoVD – etwa beim Aufbau ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfen – von Seiten der Kreisverwaltung wertschätze. Allein kann man wohl Strecke machen, in der Gemeinschaft aber komme man viel weiter, sagte Lübbersmann.

Schwarze Null darf keine Investitionen behindern

Der niedersächsische Landes- und gleichzeitige Bundesvorsitzende des SoVD, Adolf Bauer, forderte in seinem Referat deutlich mehr finanzielle Ausstattung der Kommunen und Kostenträger. „Die schwarze Null ist 2018 nicht mehr zu vermitteln, wenn auf der anderen Seite vor Ort keine Möglichkeit mehr besteht, Infrastruktur und soziale Aufgaben in einen Zustand zu versetzen, wie wir ihn erwarten dürfen.“

Bauer mahnte zugleich an, das gesetzliche Rentenniveau auf ein höheres Niveau zu heben. „Die gesetzliche Rente muss wieder Lebensstandard-sichernd werden. Die Versuche, die betriebliche und private Altersversorgung als Ersatz für ausfallende, gesetzliche Rentenansprüche zu etablieren, sind bereits heute gescheitert“, meinte Bauer.

Kein Platz für Rasssisten im Sozialverband

Applaus gab es von den rund 100 Delegierten für seine Forderung, dass künftig auch die Arbeitgeber wieder in die Krankenversicherung einzahlen müssten. Der SoVD-Vorsitzende plädierte zudem für einen engeren Zusammenschluss mit den Gewerkschaften.

Deutlich machte Bauer zudem, dass er die die Demokratie in Deutschland für gefährdet hält. Aufgrund der historischen Erfahrungen ab 1933 gebe es „keinen Platz für Leute mit diskriminierenden, rassistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen. Sie sollen unsere Mitglieder nicht vertreten.“

Neu in den Kreisvorstand wurden Marianne Lindner (Melle) und Inge Niekamp (Bissendorf) gewählt. Beide sind jetzt stellvertretende Kreisschatzmeisterinnen. Karin Werner (Osnabrück) bestimmten die Delegierten zur stellvertretenden Kreisfrauensprecherin, Peter Gromm (Melle-Buer) übt nun das Amt des stellvertretenden Kreisschriftführers aus.


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