Ein Bild von Sebastian Stricker
22.10.2018, 15:15 Uhr UNIVERSITÄT PLANT NEUBAU

Osnabrücker Studienzentrum: von Studenten für Studenten

Von Sebastian Stricker


Das 2013 eröffnete Lern- und Studiengebäude der Uni Göttingen steht Pate für ein vergleichbares Projekt in Osnabrück. Foto: SUB Göttingen/Martin LiebetruthDas 2013 eröffnete Lern- und Studiengebäude der Uni Göttingen steht Pate für ein vergleichbares Projekt in Osnabrück. Foto: SUB Göttingen/Martin Liebetruth

Osnabrück. Das neue Lern- und Studienzentrum der Universität Osnabrück wird in vielerlei Hinsicht ein Segen sein: für die Studenten, für die Hochschule, für die Stadt. Gleichwohl lastet auch auf ewig ein Fluch auf dem Gebäude: Denn diejenigen, die es bezahlen, haben selbst nichts mehr davon.

Das Studierendenzentrum, wie die Uni ihr Millionenprojekt im Schlossgarten nennt, bündelt studentisches Leben in all seinen Facetten an einem zentralen Platz und wertet damit den Campus Innenstadt deutlich auf. Das macht die Hochschule im Wettbewerb um die klügsten Köpfe ein gutes Stück attraktiver. Vor allem schafft es dringend benötigten Raum zum konzentrierten Arbeiten unter zeitgemäßen Bedingungen. Davon werden am meisten jene Studenten profitieren, die am Stadtrand oder sogar ganz außerhalb von Osnabrück wohnen. Anstatt unentwegt pendeln zu müssen, bekommen sie endlich die Möglichkeit, Freistunden zwischen zwei Lehrveranstaltungen nicht nur sinnvoll, sondern an Ort und Stelle zu überbrücken. Was bestenfalls auch bedeutet: weniger Verkehr auf den Straßen und weniger Andrang auf campusnahe Studentenwohnungen.

Weil das Lern- und Studienzentrum fast komplett aus zurückgelegten Studienbeiträgen bezahlt wird, können sich sämtliche künftigen Nutznießer der Einrichtung für alle zu erwartenden positiven Effekte bei jenen Osnabrücker Universitätsstudenten bedanken, die jahrelang 500 Euro pro Semester hinblättern mussten – bis die Gebühren im Jahr 2014 abgeschafft wurden. Wenn also das neue Gebäude wie vorgesehen Anfang 2021 eröffnet, sind vermutlich kaum noch Gebührenzahler von damals eingeschrieben. Die unfreiwilligen Financiers des Studienzentrums dürfte dann nur eins trösten: Dass mit ihrem Geld etwas Gutes angestellt wurde.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN