Musica Viva "Flautando Köln" überrascht in Osnabrück mit neuem Klang

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Verändertes Klangbild: das Vorzeigequartett von Flautando Köln beim Auftritt in der Gutskapelle. Foto: Philipp HülsmannVerändertes Klangbild: das Vorzeigequartett von Flautando Köln beim Auftritt in der Gutskapelle. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Bei "Musica Viva" bezaubern die vier Solistinnen von "Flautando Köln" das Publikum in der Schlosskirche von Sutthausen.

Das Klangbild dieses deutschen Vorzeige Quartetts auf Blockflöten hat sich verändert. Eine Weiterentwicklung ist unüberhörbar. Spielten sie sie vor Jahren noch im spitzen Blockflötenidiom, so klingt es heute wärmer, runder und dynamisch weiter ausgebaut. Der gesamte Sound hat sich ein wenig verschoben in Richtung der hölzernen Traversflöte. 

In diesem moderneren Klang erscheinen auch Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi zeitlich näher gerückt. Bei den Kontrapunkten eins und neun aus Bachs "Kunst der Fuge" wirkt die Transparenz noch graziler.  In Vivaldis Concerto d-Moll op. 3 Nr. 11 überzeugen besonders die Sätze Fuga und Allegro. Unglaub-lich schnell dahinhuschende Tonfolgen bleiben stets genau phrasiert. 

Im Ausdruck verwandt wirken mittelalterliche Tänze des Minnesängers Neidhardt von Reuental und traditionelle Tänze aus der Türkei. Der orientalischen Einstimmigkeit hat Flautando Köln behutsam einige Harmonien unterlegt und viele Vierteltöne chromatisch aufgehoben. Zu Herzen gehend, der intonationssichere Gesang bei einem alten türkischen Liebeslied, vorgetragen von Ursula Thelen. 

Wie eine Oase der Ruhe mitten im Konzert erscheint Arvo Pärts "Da pacem domine" aus dem Jahre 2004. Daneben gibt es viele wirkungsvoll arrangierte Volksmusiksätze im Programm. Aus Dänemark kommt ein Hochzeitstanz in stetig wachsender Geschwindigkeit. Den Rahmen bildet Musik von den Britischen Inseln. Zu Beginn erklingen Tänze aus John Playfords berühmter Sammlung "The Dancing Master". Der Kreis schließt sich mit so bekannten Melodien wie "Scarborough Fair". Geschmeidig brilliert das Quartett  zum Abschluss bei "The Bag of Spuds".


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