Generationsübergreifendes Musiktheater Piesberger Theaterstück: Kanalarbeiter statt lieber Engel

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Kinder, Jugendliche und Senioren proben das generationsübergreifende Musiktheaterstück "Tante Friedas kleines Glück". Foto: Michael GründelKinder, Jugendliche und Senioren proben das generationsübergreifende Musiktheaterstück "Tante Friedas kleines Glück". Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Das Musiktheater Lupe probt mit Kindern, Jugendlichen und Senioren das Stück "Tante Friedas kleines Glück". Am Mittwoch ist Premiere des Weihnachtsstück im Piesberger Gesellschaftshaus.

"Vor fünf Tagen hatten wir noch nichts und jetzt ein knapp einstündiges Stück", sagt Ralf Siebenand vom Musiktheater Lupe. Von fünf bis 80 Jahren übten rund 20 Kinder, Eltern und Großeltern eine Woche lang vier Stunden täglich das weihnachtliche Theaterstück "Tante Friedas kleines Glück" ein. Das Stück beginnt im Wohnzimmer von Tante Frieda, die sich wie jedes Jahr auf Weihnachten riesig freut, Kekse gebacken hat und nun auf ihre Familie wartet. Doch dieses Mal läuft alles schief.

Kanalarbeiter statt lieber Engel

"Die Verwandschaft sagt aus fadenscheinigen Gründen ab und dann erreichen Tante Frieda noch mehr schlechte Nachrichten", erzählt Siebenand. Den Kanalarbeitern ist ein Missgeschick passiert: Die Straße ist komplett überflutet und es gibt keinen Zugang zur Haustür. Alle Bewohner müssen jetzt durch Tante Friedas Fenster steigen, um zu ihrer Wohnung zu kommen.

Den Kanalarbeitern (rechts im Bild) ist an Weihnachten ein Missgeschick passiert. Foto: Michael Gründel

Die Rolle der Kanalarbeiterchefin Susanne Meyer spielt die 12-Jährige Marie Herms. "Ich wollte was anderes als ein lieber Engel sein. So ein Macker oder Angeber und jetzt bin ich Kanalarbeiter", sagt sie. Eben diese Kanalarbeiter scheinen das schöne Weihnachtsfest von Tante Frieda zu zerstören oder doch noch retten, ist bei der Premiere am Mittwoch, 17. Oktober, um 18 Uhr im Piesberger Gesellschaftshaus zu sehen. Für wen das Weihnachtsstück bei den sommerlichen Temperaturen noch zu früh ist, kann zu den Vorstellung im Dezember kommen: Am Samstag, 15. Dezember, um 15 Uhr und am Sonntag, 16. Dezember, um 11 Uhr.

80-Jährige stand schon als Kind auf dieser Bühne

Tante Lisa wird gespielt von Elisabeth Jarvers, die im Bild Tipps der Regisseurin Katrin Orth (Musiktheater Lupe) erhält. Foto: Michael Gründel

Die Hauptrolle hat die 80-Jährige Elisabeth Jarvers, die bei diesem Stück etwas besonders zeigen kann. Sie sagt dasselbe Weihnachtsgedicht im Piesberger Gesellschaftshaus auf, was sie als 8-Jährige auf derselben Bühne gesprochen hat. "Als Kind habe ich viele Gedichte aufgesagt und auch früher fanden hier im Saal Weihnachtsfeiern von der Grundschule oder Vereinen statt. Viele Pyer erinnern sich an Gedichte, die sie schon als Kinder vortrugen", erinnert sich Jarvers, die wenige Meter vom Gesellschaftshaus entfernt wohnt und in der Gegend aufgewachsen ist. Doch wohl eher wenige sind so aktiv dabei wie sie. "Ich habe schon einige Male mit Kindern hier Theater gespielt. Das macht mir einfach Freude", sagt sie.

"Am Ende raste ich aus"

Wenn sie als Tante Frieda das Radio anschaltet, beginnt Siebenand auf dem Klavier die Lieder und für Tante Frieda erscheinen die sogenannten Radioengel. Die Zehnjährige Greta Maßmann spielt im Stück den Engel Günter und erzählt: "Wir singen 'O Tannenbaum' und dann raste ich aus, weil ich bin Umweltschützer und will nicht, dass Bäume gefällt werden." Ähnlich verrückt, ergeht es Matheo Kaling (12), der bei Tante Frieda den Hippie spielt. "Ich meditiere die ganze Zeit und soll Ruhe für die anderen bringen, aber am Ende raste ich aus, weil es einfach nicht klappt", sagt er und grinst über das ganze Gesicht.

Stimmungsvoll beenden die Kinder das Theaterstück. Foto: Michael Gründel

Das Stück zeigt eine weihnachtliche Geschichte mit frechen Kindern, Witzen und Liedern. "Wir machen Theater mit Musik", so Siebenand. Wenn ein Kind den Einsatz bei einem Lied verpasse, könne er das auffangen. "Ein Lied im Plackback läuft durch, aber wenn wir zusammen musizieren, bleibe ich dabei", erklärt der Musiker. Ist der Einsatz verpasst, wiederholt er ein paar Noten, sodass das Kind an der passenden Stelle wieder einsetzen kann. "Das merkt der Zuschauer gar nicht und ich kann den Kindern Vertrauen geben. Das ist wichtig", sagt er.


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