Vermeintliche Nichte Erfolgreicher „Enkeltrick“: Osnabrückerin um mehrere Tausende Euro betrogen

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Die betrogene Rentnerin hatte mehrere Tausend Euro abgehoben und sie einer Betrügerin übergeben. Symbolfoto: dpa/Marius BeckerDie betrogene Rentnerin hatte mehrere Tausend Euro abgehoben und sie einer Betrügerin übergeben. Symbolfoto: dpa/Marius Becker

Osnabrück. Im guten Glauben, ihrer Nicht aus einer Notlage zu befreien, hat eine Seniorin in Osnabrück einer Betrügerin mehrere Tausend Euro übergeben.

Am Donnerstagnachmittag fiel die ältere Dame auf den „Enkeltrick“ herein, wenngleich sich die Betrügerin in diesem Falle als Nichte ausgegeben hatte, teilte die Polizei am Freitag mit.

Eine Frau hatte die Rentnerin angerufen und gab vor, ihre Nichte zu sein. Die vermeintliche Nicht erklärte der Dame, dass sie in Geldnöten sei und eine Rechnung beim Amtsgericht bezahlen müsse. Der Empfänger des Bargeldes sei ein Dr. Sommer. Die Anruferin bat „ihre Tante“, das Geld von ihrem Konto abzuheben. 

Rentnerin fährt mit Taxi zum Geldautomaten

Die Dame sagte, ihre Bank sei geschlossen. Die Anruferin schlug ihr vor, mit einem Taxi zu einem Geldautomaten zu fahren – was diese auch tat.

Wieder daheim erhielt sie erneut einen Anruf von der vermeintlichen Nichte. Diese sagte, sie könne das Geld nicht selbst abholen. Sie schicke eine Frau Nowak.

„Nichte“ bedankt sich anschließend

Kurz darauf klingelte eine Frau bei der Rentnerin und stellte sich als Frau Nowak vor. Die Seniorin übergab ihr das Geld. Die vermeintliche Nichte rief später erneut an und bedankte sich bei der Dame. Sie versicherte, sie am Abend zu besuchen. Der Besuch blieb selbstredend aus.



   


Polizei warnt vor bekannter Masche

Die Polizei nimmt diesen Fall erneut zum Anlass, um auf die betrügerische Masche  des Enkeltricks hinzuweisen.

Die betrügerischen Anrufer nennen den eigenen Namen nicht und wählen die „Du“-Anrede. Mit einer freundlich intonierten Eingangsfrage „Rate mal, wer hier spricht?“ können sofort potentielle Beziehungen ausgelotet werden. Je nach Antwort der möglichen Opfer geben sich die Anrufer am Telefon beispielsweise als Enkel, Neffe/Nichte, als andere ziemlich nahe Verwandte oder „gute alte Bekannte“ aus. Sie bitten das potenzielle Opfer um einen Geldbetrag für ihre behauptete Notlage. Dazu werden als Gründe für die Geldnot oft schwierige Umstände wie Unfälle, Autokauf oder Hauskauf genannt.  

Mehrmalige Anrufe in kurzen Abständen nehmen dem Opfer die Möglichkeit, sich über das Geschehene Gedanken zu machen oder sich mit den eigenen Verwandten zu beraten. Unter emotionalem Druck willigen sie ein, heben Geld bei ihrer Bank ab und treffen sich dann mit einem Abholer, der vom vermeintlichen Enkel geschickt wurde, um das Geld an der Haustür abzuholen. Mitunter werden die Opfer auch dazu gedrängt, Geld auf ein (ausländisches) Konto zu überweisen oder leicht transportable Wertgegenstände auszuhändigen. Die Wahl der Opfer verläuft meist über Telefondaten. Hierbei werden gezielt Vornamen ausgewählt, die auf ältere Jahrgänge schließen lassen, etwa Anneliese, Klara, Hedwig, Hans-Peter, Josef, Alfred. Gefährdete Opfer sind ältere, vereinsamte, schwerhörige, seheingeschränkte sowie demente Menschen. „Und hier kommt die Familie, die Angehörigen ins Spiel“, sagt Polizeisprecherin Anke Hamker von der Polizei Osnabrück. „Warnen Sie ihre Angehörigen vor diesen Anrufern, kümmern Sie sich um die älteren Leute, halten Sie Kontakt zu Ihnen. Viele haben Angst vor Einbrechern oder Räubern. Aber Angst, Opfer eines Enkeltricks zu werden hat niemand! Jeder denkt: ‚Das kann mir doch nicht passieren! Ich falle doch auf so etwas nicht rein.‘ Weit gefehlt: In den letzten Jahren erbeuteten Betrüger mit der Enkeltrickmasche Millionenbeträge!“

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