Förderbescheid wird erwartet Containerterminal in Osnabrück soll 2020 in Betrieb gehen

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Osnabrück. Noch im Oktober erwarten die Stadtwerke den Förderbescheid für die Containerumschlaganlage im Hafen. Wenn es beim aktuellen Zeitplan bleibt, soll das Terminal 2020 in Betrieb gehen. Ziel ist es, möglichst viele Güter auf der Schiene statt auf der Straße zu transportieren.

Die beiden Portalkräne sind 50 Meter breit und mehr als 40 Meter hoch, auf einem 730 Meter langen Gleis bewegen sie sich auf und ab. Osnabrück geht mit der Umschlaganlage in die Vollen, „und wir planen extrem hochtourig“, sagt Marcel Haselof, der Geschäftsführer der Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke. Standort der Umschlaganlage soll der nördliche Abschnitt der Winkelhausenkaserne sein. Das Gelände liegt an der Elbestraße, wird aber vom Fürstenauer Weg über den Emsweg angefahren. Eigentlich sollten die Bauarbeiten im Hafen schon 2017 beginnen, aber es kam zu Verzögerungen. Zum einen, weil die ersten Pläne stärker auf das regionale Speditionsgewerbe zugeschnitten werden mussten, zum anderen, weil sich das Prüfverfahren beim Eisenbahnbundesamt in die Länge zog.

Dortmund will mitmachen

Vom Eisenbahnbundesamt erhoffen sich die Osnabrücker einen 70-prozentigen Zuschuss für ihr Millionenprojekt. Die Planung für das Vorhaben liegt in den Händen der Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft (EBH), inzwischen gibt es eine Terminalbesitzgesellschaft Osnabrück (TBOS) und die Betreibergesellschaft Containerterminal Osnabrück (CTO), die demnächst einen Operateur für den Betrieb der Anlage bestimmen wird.

Als sicher gilt, dass sich die Stadtwerke Dortmund mit 25 Prozent an der Terminalbesitzgesellschaft beteiligen werden. Ein entsprechender Ratsbeschluss werde im Februar erwartet, sagt Haselof. Voraussetzung für die Vertragsunterzeichnung sei der endgültige Förderbescheid. Das Engagement der Westfalen, die seit Jahrzehnten eine deutliche größere Containerumschlaganlage betreiben, habe viele Vorteile, meint der EHB-Geschäftsführer. Vor allem brächten sie ihr Knowhow ein.

Dazu gehört die Erkenntnis, dass moderne Terminals mit sehr wenig Personal arbeiten. Wo früher noch umständlich mit Frachtpapieren hantiert wurde, genügt heute ein OCR-Code, um einen Großraumbehälter wie von Geisterhand an die richtige Stelle zu hieven. Unverzichtbar sind fürs Erste aber noch die Fahrer der Reach-Stacker, die darauf spezialisiert sind, die Container älterer Bauart (also ohne die Aufnahmevorrichtung für den Portalkran) zu bewegen. Ein Reach-Stacker ist ein vierrädriges Ladefahrzeuge mit hydraulischem Hebearm, also eine Art überdimensionaler Gabelstapler. Der Anteil der nichtkranbaren Sattelauflieger geht allerdings immer weiter zurück.

Güterzüge bis nach China

Haselof glaubt, dass nicht mehr als 20 Mitarbeiter erforderlich sind, um die Anlage zu betreiben. Einen weitaus größeren Beschäftigungseffekt sieht er jedoch im Umfeld, bei Speditionen und Dienstleistern, für die der Umschlag auf die Schiene ein Teil des Geschäfts ist. Die Containerzüge würden die Erzeugnisse aus der Region vor allem nach Italien und Frankreich bringen, sagt der EHB-Chef.

Eine wachsende Bedeutung bekomme aber auch die Schienenverbindung durch Russland nach China, die als „neue Seidenstraße“ deklariert wird. Auf dem Weg nach Ostasien müssen die Container allerdings noch einige Male umgesetzt werden, weil die Schienen unterschiedliche Spurweiten haben.


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