Jubiläum am 21. Oktober 2018 Osnabrücker Philosophen-Café tagt zum 100. Mal

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Publikumsnahe Philosophen (von links): Reinhold Mokrosch, Harald Kerber, Elk Franke, Arnim Regenbogen. Foto: Angelika Regenbogen-BrüninkPublikumsnahe Philosophen (von links): Reinhold Mokrosch, Harald Kerber, Elk Franke, Arnim Regenbogen. Foto: Angelika Regenbogen-Brünink

Osnabrück. Seit 13 Jahren diskutieren vier Osnabrücker Hochschulprofessoren regelmäßig vor Publikum über Themen der Zeit. Am 21. Oktober 2018 tagt das Philosophische Café zum 100. Mal. Diesmal geht es um „Achtsamkeit – für sich selbst und für andere“.

Osnabrück Stoßen wir in dem Bemühen, Natur zu beherrschen, an die Grenzen des Machbaren? So lautete eine Frage, die 2005 anlässlich des ersten „Philosophischen Cafés“ in Osnabrück gestellt wurde. Angesichts des Tsunamis, der gerade in Indonesien ganze Landstriche zerstörte, könnte sie auch heute wieder so lauten.

Damals fand die Veranstaltung im Lesezimmer des Stadtgalerie-Cafés statt. Die vier Hochschulprofessoren, die das „Philocafé“ initiiert hatten, rechneten mit 20 bis 30 Teilnehmern. Die mehr als 80 Besucher, die tatsächlich kamen, sprengten gleich bei der Premiere den Rahmen. Und die Erfolgsgeschichte ging weiter: Nach wenigen Jahren wechselte die Diskussionsveranstaltung ins Blue Note, wo sich seither regelmäßig bis zu 200 Interessierte einfinden, um über Philosophisches, über Probleme individueller Lebensbewältigung oder Fragen gesellschaftskritischer Art zu debattieren.

Resonanz ungebrochen

„Der Erfolg unserer Runde liegt sicherlich auch darin begründet, dass wir keine langen theoretischen, wissenschaftlichen Vorträge halten, sondern stets bemüht sind, das Publikum in die Diskussion einzubeziehen“, erklärt Philosophieprofessor Arnim Regenbogen, der das „Philocafé“ zusammen mit drei ebenfalls pensionierten Kollegen vor 13 Jahren gegründet hatte. Sozialwissenschaftler Harald Kerber, Sport- und Kulturwissenschaftler Elk Franke sowie Reinhold Mokrosch, dessen Fach die evangelische Theologie ist, hatten das Bedürfnis verspürt, sich mit anderen Menschen über Gott und die Welt auszutauschen. Keine trocken-abgehobenen Dispute sollten stattfinden, sondern lebendige, gleichberechtigte Gespräche zu aktuellen Themen.

Während die Teilnehmer anfangs überwiegend derselben Generation angehörten wie die Veranstalter, hat sich das Spektrum allmählich verändert. Immer mehr jüngere Interessenten beteiligen sich an den Diskussionen. „Das liegt sicherlich an dem Internetauftritt und den Programmheften des Cinema-Arthouse, in denen auf unsere Veranstaltung hingewiesen wird. Denn seit wir im Blue Note sind, hat sich die Publikumsstruktur auffallend verändert“, betont Regenbogen. Außerdem sorge die Studierendenvertretung am philosophischen Institut der Universität dafür, dass die Termine der Gesprächsrunden auch über Internetmedien verbreitet werden.

Lebensnahe Themen

Seit der Finanzkrise vor zehn Jahren seien die Themen aktueller und näher an der Lebenssituation der Menschen. So wird beispielsweise im Januar nächsten Jahres über die „Beschleunigung in der Gesellschaft“ debattiert. Weitere Themenvorschläge lauten „Digitale Welten – Gefahren oder Vorteile“ sowie „Mitleid, Mitgefühl und Solidarität“. Gesetzt sind die Themen erst, wenn sie vom Publikum per Fragebogen mehrheitlich ausgewählt wurden. So kommen auch Vorschläge der Teilnehmer auf die Themenliste, über die per Internet oder vor Ort abgestimmt wird.

Die Jubiläumsausgabe des „Philocafés“ findet am Sonntag, 21. Oktober, im Cinema-Arthouse statt. Weil das Interesse an der 100. Veranstaltung sehr groß ist, findet sie in zwei Räumen gleichzeitig statt: im Blue Note und im Kinosaal 3. Diskutiert wird zum Thema „Achtsamkeit – für sich selbst und für andere“. In die Thematik führen zwei Wissenschaftlerinnen aus Osnabrück und Bremen ein.

100. Philosophisches Café mit den Professoren Arnim Regenbogen, Harald Kerber, Elk Franke und Reinhold Mokrosch: Sonntag, 21. Oktober, 11.30 Uhr, Blue Note und Kinosaal 3 des Cinema-Arthouse. Eintritt frei.


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