Einsatz für mehr Umweltschutz Appell der Religionsgemeinschaften aus Osnabrück und Münster

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Vertreter der Religionsgemeinschaften entzündeten nacheinander Friedenslichter – hier Thích Minh Thông von der Pagode Phuong Quang in Münster. Foto: Swaantje HehmannVertreter der Religionsgemeinschaften entzündeten nacheinander Friedenslichter – hier Thích Minh Thông von der Pagode Phuong Quang in Münster. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Beim vierten gemeinsamen Treffen der Religionsgemeinschaften aus Osnabrück und Münster haben die Teilnehmer einen gemeinsamen Appell zum Schutz der Umwelt formuliert.

Einen Impuls zum Thema Religionsgemeinschaften und Naturschutz gab Birgit Hegewald. Die Expertin für Sozial-, Umwelt- und Tierethik des Instituts für Katholische Theologie an der Universität Osnabrück erinnerte die 70 Delegierten der gut 30 Religionsgemeinschaften an die sogenannte "Erklärung zum Weltethos" vom September 1993.

Damals hätten sich 6500 Vertreter von Glaubensgemeinschaften – von den Bahai bis zu den Zoroatristen – auf eine gemeinsame Schnittmenge an grundlegenden moralischen Überzeugungen verständigt, so Hegewald.

Enthalten sind in der Erklärung ethische Prinzipien wie Menschlichkeit, Ehrfurcht vor dem Leben und die Goldene Regel. Letztere ist seit Jahrtausenden in vielen religiösen und ethischen Traditionen der Menschheit zu finden, zitierte die Wissenschaftlerin aus der Weltethos-Erklärung. Zusammengefasst laute diese Regel: "Was du willst, dass man dir tut, das tue auch den anderen."

Welche Verpflichtungen ergeben sich daraus  für die Gläubigen mit Blick auf die Umwelt und den Umgang mit anderen Lebewesen? Die Glaubensgemeinschaften hätten durch ihre Besitztümer und Betriebe Mittel, um Macht gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen auszuüben, sagte Hegewald. Auch die sechs Milliarden Menschen, die sich einer Glaubensrichtung zuzählten, seien – sofern sie nicht arm seien – verpflichtet, etwas für den Umweltschutz zu tun.

Ein Beispiel: das Tierschutzgesetz. „Beim völlig entgleisten Tierschutzgesetz würde ich mir sehr wünschen, dass sich die Stimmen aus den Religionsgemeinschaften laut zu Wort melden, da dieses Gesetz nur eine Feigengblattfunktion erfüllt, weil es den menschlichen Interessen dient“, meinte Hegewald.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erinnerte an die kürzlich in Osnabrück von der Nichtregierungsorganisation „Religions for Peace“, dem lokalen „Runden Tisch der Religionen“ und dem "Abrahamitischen Forum in Deutschland“ organisierte Projektwoche „Naturschutz und Religionen“. Sie sollte Religionsgemeinschaften und Engagierte im Naturschutz vernetzen – „und die Religionsgemeinschaften dazu animieren, die Themenbereiche Naturschutz und biologische Vielfalt aufzugreifen und die Bewusstseinsbildung zu schärfen“, ergänzte Griesert.

Die Münsteraner Bürgermeisterin Karin Reismann (CDU) erinnerte mit Hinweis auf den langanhaltend heißen Sommers daran, wie Klimagerechtigkeit ein Anliegen der Religionsgemeinschaften sein müsse. „Unsere Schöpfung ist durch den Klimawandel gefährdet. Es ist einfach wichtig, dass sich alle, die sich einbringen können, für eine globale Klimagerechtigkeit einsetzen.“

Mit dem gemeinsamen Anzünden von Friedenslichtern endete die Veranstaltung im Friedenssaal.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN