Am Heger Holz in Osnabrück entdeckt Winterschlaf im Container – Landschaftsgärtner retten Siebenschläfer

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Eingerollt und eingeschlummert: In einem mit Laub gefüllten Pappkarton setzte der gerettete Siebenschläfer seinen Winterschlaf fort. Foto: Reinhold RethschulteEingerollt und eingeschlummert: In einem mit Laub gefüllten Pappkarton setzte der gerettete Siebenschläfer seinen Winterschlaf fort. Foto: Reinhold Rethschulte

Osnabrück. Für ihre Ruhezeit sollten sich Winterschläfer eigentlich sichere Quartiere suchen. Am Heger Holz haben Landschaftsgärtner einen Siebenschläfer entdeckt, der es sich in einem Container gemütlich gemacht hatte. Beinahe wäre das Nagetier unter Tonnen von Mutterboden beerdigt worden.

Landschaftsgärtner Thomas Kleine-Rüschkamp wollte am Dienstag einen Baucontainer am Heger Holz mit 15 Tonnen Boden befüllen lassen. "Vorm Verladen habe ich noch einmal hineingeschaut und entdeckte ein kleines, zusammengerolltes Tierchen", erzählt er. Kleine-Rüschkamp hielt den Siebenschläfer im ersten Moment für tot. "Aber als ich ihn herausheben wollte, guckte mich das Tier auf einmal mit großen Augen an."

Wer kümmert sich um Wildtierfunde?

Nachdem er den Siebenschläfer aus dem Container befreit und in einen mit Laub gefüllten Pappkarton gebettet hatte, begann der Landschaftsgärtner zu telefonieren. Wer ist bei einem solchen Fund überhaupt zuständig? (Weiterlesen: Rehkitz überlebt Autounfall und wird nun in Osnabrück aufgepäppelt)

Während Kleine-Rüschkamp sich bis zur richtigen Adresse durchfragte, rollte sich das Nagetier ein und döste wieder weg. Kleine-Rüschkamp landete schließlich bei Reinhold Rethschulte. Er ist bestätigter Jagdaufseher der Stadt Osnabrück und kümmert sich um Wildtierfunde im Stadtgebiet.

Vermeintlich sichere Behausung

Der Container, den Kleine-Rüschkamp angefordert hatte, hatte zuvor in einem Bissendorfer Steinbruch gestanden. Auf ihn war ein weiterer Container gestapelt gewesen. Das Nagetier hatte es sich zum Schlafen in dem unteren der beiden Behälter gemütlich gemacht. "Eine vermeintlich sichere Behausung, denn wenige Zentimeter über seinem Schlafplatz befand sich der Boden des nächsten Containers", sagt Rethschulte. (Weiterlesen: Warum geben Unbekannte Kaninchen in Osnabrücker Blumenladen ab?)

Siebenschläfer sind eine geschützte Tierart. Sie halten in der Regel von Mitte September bis Mai Winterschlaf. Reinhold Rethschulte

In seinem Schlafabteil machte das Tier von dort eine längere Reise – ohne es zu bemerken. Von Bissendort in das Wohngebiet am Heger Holz, von da im Auto von Kleine-Rüschkamp nach Sutthausen. "Ich wollte das kleine Tierchen ja nicht allein auf der Baustelle zurücklassen."

Geschützte Tierart

In Sutthausen holte Rethschulte das Tier schließlich ab und brachte es zur Artenschutz-Betreuungsstation nach Hellern. Dort versorgten Mitarbeiter das Tier mit einer Wärmflasche. "Ich gehe davon aus, dass es nun in aller Ruhe seinen Winterschlaf fortsetzen kann." Siebenschläfer halten in der Regel von Mitte September bis Mai Winterschlaf – also deutlich länger als es die namensgebenden sieben Monate vermuten lassen. Sie sind eine besonders geschützte Tierart und unterliegen dem Artenschutzgesetz.


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