33. Unabhängiges FilmFest Osnabrücker Filmfestival zeigt größere Bandbreite als je zuvor

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Dana (Yara Aliadotter, l.) und Aida (Zahraa Aldoujaili) im Eröffnungsfilm "Amateurs" von Gabriela Pichler.Dana (Yara Aliadotter, l.) und Aida (Zahraa Aldoujaili) im Eröffnungsfilm "Amateurs" von Gabriela Pichler.

Osnabrück. Eine breite inhaltliche Palette von Sklavenarbeit in Europa über persönliche Identität bis zum „ungeschriebenen Vertrag zwischen den Generationen“ bestimmen das Programm des 33. Unabhängigen FilmFests Osnabrück, das Festivalleiterin Julia Scheck während der Pressekonferenz am Dienstag präsentierte.

Als Besucher eines Filmfestivals macht sich in aller Regel kaum jemand Gedanken darüber, wie viel Arbeit, Fleiß und Schweiß hinter dem endgültigen Programm stecken. Diesmal wird den 45 Sichtungsgruppenmitgliedern angesichts des Hitzesommers vor allen Dingen der Schweiß in Erinnerung bleiben, der ihnen während der Begutachtung von rund 900 Filmen aus allen Poren getropft sein muss, worauf Festivalleiterin Julia Scheck in einem Nebensatz der Pressekonferenz zum 33. Unabhängigen FilmFest Osnabrück anerkennend hinwies.

Kosmonauten, Sklaven und Skandale

Das Programm erscheint in diesem Jahr noch breiter gestreut als zuvor. Ein sowohl formal wie auch thematisch vielseitiges Angebot aus Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilmen wartet auf die Zuschauer. Dazu gehören ein sowjetischer Kosmonaut im Spielfilm „Sergio & Sergei“, Sklavenarbeit in Europa in der Dokumentation „The Harvest“, das allumfassende Thema Identitätssuche und der „ungeschriebene Vertrag zwischen den Generationen“. Aber auch ein potenzieller Skandalfilm wie „Climax“ des Argentiniers Gaspar Noé darf freilich nicht in der Sektion „FilmFest Extrem“ fehlen.

Insgesamt ist das Festival in diesem Jahr in fünf Sektionen gegliedert. Neben den Klassikern „Extrem“ sowie „Vistas Latinas“ bietet die Sektion „FilmFest Laut“ vier musikalische Programmpunkte, die durch die Sektion „Kurz & Laut“ Samstagnacht am 20. Oktober in der Lagerhalle ergänzt werden, wenn Künstlerinnen und Künstler „ihre musikalische Sicht der Dinge“ auf der Bühne visualisieren.

Sorge um Europa

Einen ganz besonderen Stellenwert besitzt in diesem Jahr die Sektion „Focus on Europe“, die neben acht weiteren Produktionen mit „Amateurs“ auch den Eröffnungsfilm stellt. Dr. Susanne Tauss vom Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V., der diesen Programmpunkt finanziell unterstützt, liegt diese Sektion mehr am Herzen denn je. Denn obwohl wir in einem Europa leben, in dem wir uns „immer noch sehr wohlfühlen können“, treibe Tauss die Sorge um, dass Europa immer mehr auseinanderzudriften drohe, wie sie während der Pressekonferenz betonte.

Im Wettbewerb werden in diesem Jahr vier Preise vergeben. Dies sind der „Filmpreis für Kinderrechte“, der „Kurzfilmpreis des Unabhängigen FilmFestes Osnabrück“, der „Publikumspreis für den besten Kurzfilm“ sowie der durch finanzielle Unterstützung der Sievert Stiftung für Wissenschaft & Kultur mit 12500 Euro höchstdotierte „Friedensfilmpreis Osnabrück“.

Retrospektive und Installation

Zu den zwei Besonderheiten des diesjährigen Festivals gehört einerseits die Retrospektive „Krieg und Protest“, zu der neben fünf historischen Kurzfilmen der Omnibusfilm „Fern von Vietnam“ zählt, an dem unter anderem Jean-Luc Godard und Angès Varda mitgewirkt haben. Des weiteren lädt die Gruppe „Site-Specific-Film“ der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf zu einer „4-Flächen/3-Kanal-Installation“ in den Raum der Gegenwart im Felix-Nussbaum-Haus, wo die Gruppe 19 ortsspezifische filmische Arbeiten präsentiert, die selbst den Festivalveranstaltern noch weitestgehend unbekannt sind.

Das Festival findet vom 17. bis 21. Oktober statt.


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