Kein Zirkus ohne Tiere? "Moskauer Circus" mit klassischer Show

Von Markus Strothmann

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Spot auf Luftakrobat Oleksander: Das Mädchen am Scheinwerfer gab sein Bestes, um die Show angemessen auszuleuchten, aber stellenweise waren die Artisten dem Lichtkegel einen halben Schritt voraus. Foto: David EbenerSpot auf Luftakrobat Oleksander: Das Mädchen am Scheinwerfer gab sein Bestes, um die Show angemessen auszuleuchten, aber stellenweise waren die Artisten dem Lichtkegel einen halben Schritt voraus. Foto: David Ebener

Osnabrück. Noch bis zum 7. Oktober gastiert der "Moskauer Circus" in Osnabrück an der Halle Gartlage. Das Programm besteht vorwiegend aus Akrobatik, einzelne Tierkunststücke ergänzen die Show.

Die Premiere am Mittwochnachmittag begann mit dem Seiltanz dreier Artisten zu feiner Rockmusik. Wer sich von der etwas unspektakulären Einlage nicht überragend unterhalten fühlte, konnte immerhin mal so laut AC/DC hören, wie es zu Hause nur die wenigsten dürfen. Weiter: Zum Rückwärtssalto auf dem Seil trat Salvi Tonito an und landete beim Suchen der richtigen Startposition auf dem Boden. Den zweiten Anlauf aber stand der Seiltänzer und erntete kräftigen Applaus.  

Rasante Kunststücke

Imaginäre Golfbälle, durchs Zelt geprügelt vom Clown, tauchten unerwartet wieder auf: Trick 17. Das kleine Mädchen, das den Spot bewegte, war gerade groß genug, um den Griff des Scheinwerfers zu erreichen und hatte stellenweise Schwierigkeiten, das Licht den schnellen Bewegungen von Spaßmacher und Akrobaten folgen zu lassen. Das wäre aber wohl auch für eine größere Beleuchterin schwierig gewesen, denn viele der gezeigten Kunststücke waren allemal rasant.

Dompteur Romano Kübler hatte seine Hunde im Griff. Foto: David Ebener

Dompteur Romano Kübler zeigte, dass er seine achtköpfige Hundetruppe im Griff hat: die "süßen Strolche" (O-Ton Zirkusdirektor Orlando Frank) sprangen durch jeden Ring und ihrem Chef auf den Rücken, machten auf ihren Podesten sitzend dann aber auch wieder einen ganz braven Eindruck. Eine Tiereinlage der harmloseren Art, sollte man meinen, doch für den Einsatz von Tieren hat der Moskauer Circus in anderen Städten schon kräftig Feuer bekommen, der Vorwurf lautete auf Tierquälerei.

Zirkusdirektor verwahrt sich gegen Tierquälerei

Tierschützer kritisieren allerdings nicht in erster Linie die Hundenummer, sondern dass der Zirkus Tiger im Programm hat. Orlando Frank verwahrte sich während der laufenden Vorstellung deutlich dagegen, Tierquälerei zu betreiben. "Tierschützer fordern, dass die Tiere nach Hause gehören. Aber sie sind bei uns geboren und von uns mit der Flasche aufgezogen worden. Das sind keine Wildtiere, in freier Wildbahn könnten sie gar nicht überleben." Zudem sind Tiere, zumal Tiger, Publikumsmagneten, denen das Familienunternehmen einen großen Teil seiner verbliebenen Attraktivität verdankt. 

Was nicht heißen soll, dass der Moskauer Circus jenseits der Tiger nichts zu bieten hätte. Luftakrobat  Oleksander etwa beeindruckte mit enormer Körperbeherrschung. Dann der maskierte Akrobat im Spiderman-Kostüm, der sich aus großer Höhe Richtung Boden fallen ließ, um sich kurz vor dem Manegen-Boden wieder aufzufangen, oder die Trampolin-Show der Tonitos mit Salto Mortale. Das Publikum war zwar nicht durchgehend von den Socken, aber in solchen Momenten konnte es dann doch nicht anders, als kurz die Luft anzuhalten.   


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