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Verkauf streckt sich über Wochen Landkreis Osnabrück verkauft RWE-Aktien in vier Tranchen

Von Sebastian Philipp und Jörg Sanders

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Der Landkreis Osnabrück beginnt nach eigenen Angaben jetzt mit dem Verkauf seiner RWE-Aktien. Symbolfoto: dpaDer Landkreis Osnabrück beginnt nach eigenen Angaben jetzt mit dem Verkauf seiner RWE-Aktien. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Der Landkreis Osnabrück beginnt nach eigenen Angaben jetzt mit dem Verkauf seiner RWE-Aktien.

Am Dienstag teilte die Kreisverwaltung mit, dass der Verkauf der 2.091.110 RWE-Aktien, die sich im Besitz des Landkreises befinden, ab sofort starten soll. Der Entscheidung sei ein einstimmiger Beschluss im Kreisausschuss vorangegangen. Konkret soll der Verkauf in vier Tranchen über die Bühne gehen, bei denen jeweils rund 500.000 Stück veräußert werden sollen.

Damit der Aktienkurs nicht leidet, wird dieser Verkauf über mehrere Wochen gestreckt, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Über die Verwendung der Erlöse aus dem Aktienverkauf soll der Kreistag in seiner Sitzung im Dezember 2018 entscheiden. Am Dienstagnachmittag lag der Kurs bei rund 21 Euro.

Verkauf hat längere Vorgeschichte

Der Verkauf der RWE-Aktien hat eine längere Vorgeschichte: Schon im September 2016 hatte der Osnabrücker Kreistag beschlossen, sich von der Beteiligung am Energieversorger zu trennen. Vorangegangen waren teils massive Kursverluste des Wertpapieres, die sich letztlich in immer kleiner werdenden Dividenden für den Landkreis manifestierten. Allerdings hatte der Kreis über die vergangenen Jahrzehnte gut davon gelebt: Rund 80 Millionen Euro erhielt der Landkreis allein in den vergangenen 20 Jahren als Dividendenzahlungen.

Grund für den Verkauf war allerdings nicht nur die schrumpfende Dividende, auch ein Vertrauensverlust gegenüber RWE ließ die Kreispolitiker für einen Verkauf stimmen. Dessen Umsetzung dauerte jedoch rund zwei Jahre. 

Im September dieses Jahres hatte es noch geheißen, der Landkreis werde seine Aktien nicht in diesem Jahr verkaufen. Noch Ende 2017 war sich SPD-Kreistagsfraktionschef Thomas Rehme sicher gewesen, der Kreistag werde bis Ende 2018 alle Aktien verkauft haben.

SPD will in Windkraft investieren

Und bei dieser Einschätzung bleibt er. Der Verkauf komme nicht plötzlich oder überraschend. „Das ist ein längerer Arbeitsprozess, das war von Anfang an der Fahrplan”, sagte Rehme im Gespräch mit unserer Redaktion. Was mit Erlösen aus dem Verkauf geschehen soll, darüber werde der Kreistag im Dezember beraten. 

Rehme sähe einen Teil des Geldes gern in Windkraft investiert. Das sei nachhaltig und brächte Rendite – „keine riesigen, aber sicher”. Investitionen in Windkraft statt Anteilen an RWE hatte auch die CDU schon 2016 als mögliche Option bezeichnet.

Und was ist, wenn der Kurs der RWE-Aktien nun plötzlich stark verliert? „Auf diese Diskussion kann ich mich nicht einlassen”, sagte Rehme. „Wir hoffen, dass der Kurs der vergangenen sechs Monate stabil bleibt.” Dieser sei „akzeptabel”. In den vergangenen sechs Monaten war der RWE-Aktienkurs mit rund 20 bis 22 Euro tatsächlich recht stabil gewesen. 

Die Kreispolitik beschloss offenbar eine Maßnahme, sollte er nun plötzlich einbrechen. „Dazu werden wir nichts sagen”, so Rehme. Das könnte den Markt beeinflussen. 

Rehme geht davon aus, dass der Kreis bis Jahresende alle Aktien verkauft haben wird.


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