Eine Baustelle mit Tücken Familienzentrum St. Michaelis: Provisorium hat ein Ende

Von Andreas Wenk

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Das Band wird durchschnitten: Der zweite Bauabschnittes des St. Michaelis-Familienzentrums in Osnabrück-Eversburg ist fertig.  Foto: David EbenerDas Band wird durchschnitten: Der zweite Bauabschnittes des St. Michaelis-Familienzentrums in Osnabrück-Eversburg ist fertig. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der zweite Bauabschnitt im Familienzentrum St. Michaelis in Osnabrück ist fertig. Kita und Krippe sind jetzt unter einem Dach.


Der Mehrzweckraum verbindet Kita und Krippe. Foto: David Ebener


Wie in den Grußworten zur feierlichen Schlüsselübergabe am Freitag durchklang, war das Projekt zeitweise ein Kraftakt. Architektin Astrid Hockemeyer-Stahlhut berichtete von einer Bausubstanz, die nicht den Plänen entsprach, von einem Wasserschaden, gekappten Telefonleitungen, dem „Kalle“ genannten und immer einsatz- wie hilfsbereiten Hausmeister Karl-Heinz Karzisky und anderen Helden der Baustelle, die stets vor Ort waren und mitgeholfen hatten, damit alles nach einem Jahr Bauzeit mit nur leichter Verzögerung fertig wurde. Zwischen offizieller Einweihung und Buffet hatten die Besucher wie Bürgermeister Burkhard Jasper, Ulla Groskurt und der stellvertretende Superintendent Guido Schwegmann-Beisel die Gelegenheit, sich in dem Neubau umzusehen, der Kita und Krippe miteinander verbindet.

Kinder mit Wurzeln aus 30 Nationen

Über ein Jahr mussten Gemeinde und Familienzentrum mit einem Provisorium leben. Dabei hatte St. Michaelis auf ihr Gemeindehaus verzichtet, um vorübergehend Platz für die Kita-Kinder zu schaffen. Kita und Krippe hatten sich vorübergehend mit einer Küchenzeile statt einer Profiküche für die 155 Kinder beholfen. Kirchenvorstand Uwe Dall bedankte sich bei dem  Team um Leiterin Anne Grosenick, das „wahnsinnige Arbeit geleistet“ habe. Applaus gab es auch für die 30 Kita-Kinder, die begleitet von Ann Christin Venske Lieder wie „Wir feiern heute ein Fest, weil Gott uns alle liebt“ oder „Bist du groß oder klein, Gott liebt Dich, ist das nicht fein“ sangen.

Foto: David Ebener


Für Grosenick war es der letzte Arbeitstag vor dem Urlaub. Gerade noch rechtzeitig waren die letzten Möbel eingetroffen, deshalb war der Termin zuletzt noch verschoben worden. Jasper würdigte die Arbeit des Familienzentrums, vor allem die musikalische und sprachliche Frühförderung. Das sei gut angelegtes Geld. Angesichts der neuen Räume sagte Jasper „da möchte man fast noch mal Kind sein.“

In St. Michaelis werden Kinder aus mehr als 30 Nationen von einem rund 30-köpfigen Team betreut. Das sei anstrengend, doch das mache gerade den Reiz aus, sagte Anne Grosenick. Ihr bereite der Beruf große Freude. Begeistert berichtete sie am Rande davon, wie seinerzeit die ersten Flüchtlingskinder aus Syrien ankamen. „Das macht richtig Spaß zu sehen, was für selbstbewusste Persönchen das geworden sind, von denen jetzt einige eingeschult wurden.“

Foto: David Ebener


Spenden für Spielplatz

Benedikt Sandmann vom Förderverein nahm die Gelegenheit wahr, um auf eine Spendenaktion aufmerksam zu machen. Denn nach dem Ausbau versucht der Verein nun, Spendengelder einzuwerben, um die Außenanlagen für die Kinder möglichst attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten. In einem Crowdfunding hat die Sparkasse zugesagt, Spenden bis zu einer Höhe von 1500 Euro zu verdoppeln. Außerdem sucht Sandmann noch Plätze für rote Schuh-Sammelbehälter. Einen ebenso kunstvoll gestalteten wie gefalteten Flyer nahm Groskurt mit, um im Bürgerverein für das Projekt zu werben.


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