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28.09.2018, 17:36 Uhr KOMMENTAR

Theaterpassage verkauft: eine sehr gute Nachricht für Osnabrück

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Foto: David EbenerFoto: David Ebener

Osnabrück. Die DIC Asset AG ist froh, den kleinen, aber lästigen Klotz am Bein los zu sein. Und für Osnabrück ist es eine sehr gute Nachricht, dass ein hiesiger Unternehmer die marode Theaterpassage übernommen hat.

DIC zählt sich selbst zu den führenden deutschen Immobilienunternehmen und managt ein Vermögen von 4,4 Milliarden Euro. Die Aufmerksamkeit der Manager richtet sich auf die großen Deals im dreistelligen Millionenbereich, eine Immobilie wie die Theaterpassage fällt da schon mal hinten runter. DIC war und ist weit weg von Osnabrück – räumlich und im Geiste. Dem Konzern konnte es ziemlich egal sein, wie das Siechtum der Passage auf das Stadtbild wirkt. 

Wir dürfen davon ausgehen, dass der neue Eigentümer mit größerem Verantwortungsbewusstsein an die Sache herangeht. Der Käufer ist in Osnabrück verwurzelt und kennt die Theaterpassage noch aus deren Glanzzeiten. Natürlich will er damit Geld verdienen, aber für ihn ist die Passage kein reines Renditeobjekt, sondern ein Stück Heimatstadt.

Dass der Investor auf Gastronomie und Lebensmittel setzt, kommt nicht von ungefähr. Wissenschaftler wie der Osnabrücker Uni-Professor Martin Franz empfehlen, in den Innenstädten Gastro-Magnete zu schaffen, um die vom Onlinehandel verwöhnten Kunden in die Handelslagen zu locken. Das kann gelingen, wenn sich die neue Schlemmer-Passage von den bestehenden Angeboten und auch vom Gastro-Paket im geplanten Neumarkt-Center abhebt.


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