Vor der Premiere: Beethovens Fidelio aus Sicht des neuen Chordirektors „Schöne Aufgaben für den Chor“

Von Jan Kampmeier

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Der neue Chorleiter am Theater Osnabrück am 26.09.2018/ Foto: Hermann PentermannDer neue Chorleiter am Theater Osnabrück am 26.09.2018/ Foto: Hermann Pentermann

Ein neues Gesicht am Osnabrücker Theater ist Sierd Quarré, der seit Beginn der Spielzeit sein Amt als Chordirektor angetreten hat und nun mit Beethovens Fidelio seine erste Premiere miterlebt.

Beethovens Oper Fidelio ist die erste Musiktheaterpremiere der neuen Spielzeit, und die erste Osnabrücker Premiere überhaupt für Sierd Quarré. Der gebürtige Niederländer ist der neue Chordirektor des Theaters und gerade erst dabei, all seine neuen Kollegen am Hause kennen zu lernen. „Fidelio bietet schöne Aufgaben für den Chor, besonders für die Männer. Die Damen sind ja erst am Schluss dabei.“ Während am Theater in den letzten Tagen vor der Premiere die Fieberkurve für die meisten Beteiligten vermutlich steigt, hat der Chordirektor den größten Teil seines Jobs schon lange vorher erledigt, denn die Einstudierung muss im Grunde abgeschlossen sein, wenn die szenischen Proben beginnen. „Aber“, so Sierd Quarré, „da können immer noch mal Kleinigkeiten auftauchen, die szenisch bedingt entstehen. Es kann passieren, dass im Chorsaal alles perfekt einstudiert ist, und auf der Bühne treten trotzdem noch Unsicherheiten auf, weil alles neu ist.“ Sierd Quarré versucht in so einem Fall zu helfen, vielleicht auch im Gespräch mit dem Regisseur zu vermitteln. Der neue Mann am Osnabrücker Theater verfügt in dieser Hinsicht über reichlich Erfahrung. Zwar hat er in Detmold Kapellmeister studiert, während des Studiums aber schon viel mit Laienchören gearbeitet und war danach an einer ganzen Reihe verschiedener Theater hauptsächlich als Chordirektor tätig. Zuletzt war er zweiter Chordirektor in Köln. In Osnabrück reizte ihn, dass er die Verantwortung für den Chor nun alleine übernimmt. Seine erste Einschätzung nach wenigen Wochen im Amt: „Ein schönes Arbeiten, macht Spaß.“ Für Sierd Quarré ist neben den verschiedenen Stationen seiner hauptberuflichen Laufbahn auch die Arbeit mit einem Laienensemble eine Konstante in seinem Wirken, denn bereits seit 1994 dirigiert er regelmäßig die Rhein-Ruhr-Philharmonie Witten, einem Orchester, das nach seinen Worten in zwei Konzerten pro Jahr „ein ziemlich beachtliches Niveau“ erreicht. Aber auch auf Beethovens Fidelio hat er nicht nur die Berufssänger des hauseigenen Opernchores vorbereitet, sondern außerdem die Laiensänger des Extrachores, worauf er im Gespräch besonders hinweist und die Gelegenheit nutzt, neue Sänger zu werben. Der Extrachor werde in dieser Spielzeit noch bei spannenden Projekten eingesetzt, zum Beispiel bei einer großen Wiederentdeckung, Albéric Magnards Oper „Guercoeur“.


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