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Höfelmeyer: Projekt abgeblasen Das Ende des Zweitliga-Basketballs in Osnabrück - Keine Lizenz, keine Teilnahmeberechtigung und zu viele Probleme

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Vergebliche Hoffnung der Fans: Es wird keinen Zweitliga-Basketball in der nächsten Saison in Osnabrück geben. Foto: KemmeVergebliche Hoffnung der Fans: Es wird keinen Zweitliga-Basketball in der nächsten Saison in Osnabrück geben. Foto: Kemme

Osnabrück.Sie hatten beraten, sie hatten verhandelt, sie hatten überlegt, sie haben eine Entscheidung getroffen – und Reinhard Höfelmeyer hat sie Dienstagabend verkündet: „Wir haben das Projekt abgeblasen. Wir werden nicht ProB spielen.“ Die Enttäuschung in der Stimme des Unternehmers war deutlich herauszuhören.

Nachdem die GiroLive Ballers insolvent gegangen waren und die Junge Liga den Osnabrücker Basketballern die Lizenz für die Pro A entzogen hatte, hatte Höfelmeyer gemeinsam mit dem Anwalt Stefan Felsner eine neue Gesellschaft gegründet. Ziel war es, den Zweitliga-Basketball in Osnabrück zu retten. Fristgerecht hatte die Gesellschaft die Lizenz für den unteren Teil der 2. Liga, die ProB, beantragt.

Warum es nicht geklappt hat? Am Ende scheiterte es an einer Summe aus unsicheren Faktoren. Das erste Problem: Die Liga hat die Lizenz nicht erteilt. Dagegen hätte die Gesellschaft allerdings bis gestern Widerspruch einlegen können, wie Liga-Geschäftsführer Nicolas Grundmann bestätigte. Zu den genauen Gründen für die Nichterteilung schwieg er. Die Liga dürfte streng geprüft haben, nachdem neben den Ballers um den damaligen Geschäftsführer Christian Somberg auch dem USC Freiburg die Lizenz entzogen worden war.

Warum die Ballers den Widerspruch nicht einlegten? Wegen der weiteren Unwägbarkeiten. Das zweite Problem: die Spielberechtigung. Nur wer sie und eine Lizenz hat, darf am Spielbetrieb teilnehmen. Doch sie liegt in den Händen des Insolvenzverwalters der alten Ballers GmbH. Laut Höfelmeyer hat er einer Übertragung auf die neue Gesellschaft nicht zugestimmt. „Er wollte die Lizenz verkaufen“, sagt Höfelmeyer, der ablehnte. Auch weil die Klubs der Liga der Übertragung hätten zustimmen müssen. Noch eine Unsicherheit.

Das dritte Problem: die Hallensituation. „Wir hatten zwar die Zusicherung von der Stadt, dass sie uns unterstützt, aber dennoch war nicht endgültig klar, dass wir weiter in der KiKxxl-Arena spielen können“, berichtet Höfelmeyer und führt aus: „Wir haben uns auch nach anderen Hallen umgesehen, jedoch bis gestern keine Entscheidung gehabt.“ Ohne Halle, kein Vermarktungskonzept, ohne dies kaum Aussicht auf Sponsoren – „wie will man da mit Trainern oder Spielern verhandeln?“, fragt Höfelmeyer.

Am Dienstag hatte er sich mit den sieben weiteren Gesellschaftern getroffen. „Wir haben dann einstimmig entschieden, das Projekt abzublasen. Zu vieles ist unsicher, das kann man keinem Unternehmen zumuten“, berichtet er. Nach der Insolvenz der Ballers wollte er einen Neuanfang auf gesundem finanziellen Fundament. Das wäre so nicht gegangen.

Wie es weitergeht? Osnabrück steht nun laut Martin Hornberger wie Freiburg als Absteiger in die Regionalliga fest. „Gotha und Frankfurt bleiben damit in der ProB“, erklärt der stellvertretende Aufsichtratsvorsitzende der Liga. „Ob ein Osnabrücker Verein in der Regionalliga spielt, dass wissen wir noch nicht“, sagt Höfelmeyer: „Prinzipiell wären wir bereit, das zu unterstützen – irgendwann.“ Doch auch das ist alles unsicher.


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