Vater ändert Aussage Baby erschlagen – Staatsanwaltschaft Osnabrück erhebt Anklage gegen Vater

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Spurensicherung vor dem Haus des Paares. Archivfoto: Festim BeqiriDie Spurensicherung vor dem Haus des Paares. Archivfoto: Festim Beqiri 

Osnabrück. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat Anklage gegen einen 25-jährigen Osnabrücker wegen Totschlags erhoben. Sie wirft ihm vor, im Mai dieses Jahres seinen vier Tage alten Sohn erschlagen zu haben, teilte sie am Donnerstag mit. Die Tat hatte großes Aufsehen erregt, denn anfangs hatte der Mann angegeben, ein Hund habe sein Baby angegriffen. Danach räumte er die Tat ein – nun beharrt er auf einen anderen Verlauf der Dinge.

Am 15. Mai war das äußerst schwer verletzte Baby ins Krankenhaus gekommen, wo es starb. Der damals 24-jährige Vater gab an, ein unbekannter und freilaufender Hund habe sein Baby auf einer Wiese in Hellern angegriffen und mit Bissen verletzt. Die Ermittler sowie Rechtsmediziner waren schnell stutzig und ermittelten daraufhin gegen den Vater. Am 17. Mai kam er in Untersuchungshaft. Der Mann hatte die Hundeattacke erfunden, seine Partnerin soll die Aussage gedeckt haben.

Geänderte Aussage

Daraufhin gab der Mann an, das Baby sei ihm beim Wickeln heruntergefallen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Danach sagte er aus, er sei mit dem Baby überfordert gewesen und habe mehrmals gegen den Kopf des kleinen Jungen geschlagen. Mittlerweile gibt er an, er habe das Baby nach einem Sturz reanimieren wollen.

Gewalt gegen den Kopf des Babys

Die Obduktion des Säuglings hatte ergeben, dass das Baby Hämatome am ganzen Körper sowie eine Schädelfraktur hatte. Eine Hirnblutung führte dem Bericht zufolge letztlich zum Tod – verursacht durch massive Gewaltanwendung gegen den Kopf, hatte unsere Redaktion bereits am 23. Mai berichtet.

Der kleine Junge wurde nur vier Tage alt. Die Tat hatte sich kurz nach Entlassung der Familie aus der Entbindungsstation eines Krankenhauses ereignet. Es hatte sich bis zu der Tat erst vier Stunden in Obhut der Eltern befunden.

Paar hatte Kontakt zum Jugendamt

Das Jugendamt hatte seit Mitte April Kontakt zu dem Paar gehabt. Es hatte einen Hinweis aus der Familie des Paares erhalten. Bei diesem sei es allerdings nicht um Gewalt gegangen, hatte ein Sprecher der Stadt damals unserer Redaktion versichert.

Die Anklage ist zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts erhoben worden. Das Landgericht hat noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN