Voliere vergrößert Neues Mönchsgeierpärchen im Osnabrücker Zoo

Von Viktoria Koenigs

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Osnabrück. In eine vergrößerte Voliere im Osnabrücker Zoo ist jetzt ein Mönchsgeierpaar eingezogen. Den Umbau ermöglichte die Haarmann-Stiftung mit einer Spende von 50.000 Euro und der Zoo Förderverein mit 20.000 Euro.

„Ohne den Umbau hätten wir unsere Mönchsgeier abgeben müssen“, sagte die Zoo-Sprecherin Lisa Josef bei der Vorstellung der neuen Voliere. Da Mönchsgeier eine bedrohte Tierart sind, sei es wichtig, dass sie einen angemessenen Lebensraum haben, in dem sie sich wohl fühlen und sich fortpflanzen. Das vorherige Gehege war zu klein, doch mit dieser Enge ist es jetzt vorbei: Die Anlage wurde flächenmäßig verdoppelt und das Spitzdach durch ein sechs Meter hohes Kuppeldach ersetzt, das den Tieren mehr Flugraum bietet. Es wurde ein engmaschigeres Netz gespannt, da die Geier manchmal gegen das bisherige flogen und sich dabei verletzten. Außerdem verhindert es, dass Raubtiere von außen in die Voliere eindringen und Eier stehlen. Damit die Tiere besser baden können und nicht ausrutschen, wurde der Teich abgeflacht. Darüber hinaus bekam das Ufer mehr Grip. Für bessere Brut- und Fortpflanzungsbedingungen sorgt das neue wettergeschützte Nest, erläuterte der wissenschaftliche Kurator Andreas Wulftange. Die Gärtner pflanzten im Gehege weitere Sitzbäume und Pflanzen, die an die mediterrane Heimat des Geiers erinnern. Eine Auszubildende des Zoos gestaltete die Betonwand an der Seite des Geheges mit einer Landschaftsmalerei.

Einer weg, zwei Neuzugänge

Vor den Umbauarbeiten lebte in der Voliere ein einzelner Mönchsgeier, der wegen der Bauarbeiten nach England umgesiedelt wurde. Die beiden neuen Bewohner heißen Hera und Hades. Sie sind sechs und sieben Jahre alt. Hera wurde sogar 2012 im Osnabrücker Zoo geboren und ist damit das letzte Jungtier, das am Schölerberg schlüpfte. In einer Verpaarungsstation in Belgien fanden die Geier zueinander, wo Hera Hades erwählt hatte, erzählte Wulftange.

Die beiden gewöhnen sich noch immer an ihr neues Zuhause, sind aber seit ihrem Einzug deutlich ruhiger geworden. „Bisher haben sie noch keinen Lieblingsplatz und probieren jeden Sitzplatz auf den Steinen und Bäumen aus. Sie gehen von Ast zu Ast, je nachdem wo die Sonne gerade steht“, sagte Wulftange. Nachdem sich die Tiere eingelebt haben, sei der langfristige Plan, in ihrem Gehege Waldrappen, etwa gänsegroße Ibisse, als Mitbewohner einziehen zu lassen.

Problematische Nachzucht

Foto: David Ebener

Der Zoo hofft mit der neuen Voliere auf baldigen Nachwuchs. Weltweit gehe die Eierzahl der Mönchsgeier drastisch zurück, weswegen bei der Nachzucht derzeit jedes Jungtier zählt, so Wulftange. Deswegen engagiert sich der Zoo beim europaweiten Zuchtbuch der zoologischen Gärten und einem Auswilderungsprojekt, damit sich feste Populationen bilden können. Im vergangenen Jahr schlüpften lediglich drei Geier-Jungtiere in europäischen Zoos und laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN gibt es zwischen 7200 und 10.000 Mönchsgeier in der Natur.


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