Es mangelt an Grundstücken Oberbürgermeister Griesert besucht Wohnungsbauprojekte

Von Viktoria Koenigs

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Oberbürgermeister Wolfgang Griesert besuchte am Mittwoch ausgewählte Wohnungsbauprojekte. Hier im Gespräch mit Architekt Kilian Kresing in der Lotter Straße 47+48. Foto: Philipp Hülsmann.Oberbürgermeister Wolfgang Griesert besuchte am Mittwoch ausgewählte Wohnungsbauprojekte. Hier im Gespräch mit Architekt Kilian Kresing in der Lotter Straße 47+48. Foto: Philipp Hülsmann.

Osnabrück . Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat stadtweit Wohnungsbauprojekte besucht, um sich vom Stand der Baustellen ein Bild zu verschaffen. Seit 2015 stellte die Stadt im „Entwicklungskonzept 2020 Wohnen und Gewerbe“ Bebauungspläne für 1580 Wohneinheiten auf. Jetzt sollen diese Pläne in die Tat umgesetzt werden.

Die Wohnungssuche ist für viele Osnabrücker oder die, die es noch werden möchten, eine schwere Angelegenheit. Die Bevölkerung wächst und mit ihr auch der Bedarf an Wohnungen. Ziel der Stadt ist es laut Oberbürgermeister Griesert, das Planungsrecht für mindestens 3000 Wohneinheiten bis 2020 zu schaffen. Bei der Tour besichtigte Griesert zusammen mit Stadtrat Thomas Fillep acht Wohnbauprojekte und ein Baulandentwicklungskonzept.

Für 54 Millionen Euro entstehen zurzeit 200 neue Wohneinheiten. Darunter sowohl exklusive Wohnungen und historische Lofts als auch Studenten- und Sozialwohnungen. Die Bauarbeiten verlaufen alle ohne Probleme, und einige der Häuser werden ab Januar 2019 bezugsbereit sein.

Osnabrück sei ein perspektivischer Standort, an dem man sein Geld sicher in den Wohnungssektor investieren könne. Dennoch seien die Grundstücke das große Problem: „Es gibt viele Menschen, die Wohnungen suchen, und im Umkehrschluss auch zahlreiche Investoren, die händeringend Baugrundstücke suchen, um ebendiesen dringend gesuchten Wohnraum zu errichten. Wir brauchen weniger eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, sondern in erster Linie Bauland“, sagte der Oberbürgermeister.

Wenige Eigentümer sind zum Verkauf bereit, da sie die Wertanlage des Grundstücks nicht aufgeben möchten. Aus diesem Grund drängt die Stadt kommunale Unternehmen, Flächen für den Wohnungsbau bereitzustellen, damit aus den Bauplänen auch Baustellen werden können. Diesem Appell ist beispielsweise die Sparkasse gefolgt und baut auf dem Grundstück ihrer Filiale an der Natruper Straße ein Gebäude mit Studentenwohnungen.

Hürden abbauen

Außerdem ist es ein langer und schwieriger Prozess, potenzielle Baugrundstücke überhaupt zu identifizieren. Dazu muss eine Projektgruppe prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen Flächen für Neubauten verfügbar sind, erklärte Ralf Kreye, Projektleiter für Baulandentwicklung, der Griesert bei der Besichtigungstour begleitete.

Erhard Willmann, Vertreter der Futura Invest, die am Kühnehof Wohnraum schafft, beklagte, dass die Richtlinien zum Bauen zu eng seien. Zehn bis dreißig Prozent aller Wohneinheiten müssen, vorgeschrieben von der Stadt, als soziale Wohnungen angeboten zu werden. Bei dem Futura-Invest-Gebäude sind es fünf Wohnungen, die bisher noch nicht verkauft wurden. Sie werden zwar zu einem günstigeren Preis verkauft, jedoch müssen die Wohnungen für 15 Jahre selbst von den Käufern genutzt werden. „Das schreckt viele ab, da sie nicht für die nächsten fünfzehn Jahre planen oder sich einen Wohnungskauf leisten können“, sagt der Willmann. Da Wohnungen derzeit dringend gesucht werden, stellt der Oberbürgermeister infrage, ob derartige Regelungen noch zeitgemäß sind. Fillep sprach sich dafür aus, bürokratische Hürden abzubauen.

Innerhalb von acht Stunden besichtigte die Gruppe um Wolfgang Griesert neun ausgewählte Bauprojekte: „Wir haben fast 200 fast fertige Wohnungen für knapp 600 Leute gesehen. Die Bauprojekte leisten alle einen kleinen Beitrag, und jedes davon trägt dazu bei, den Bedarf an Wohnungen zu decken“, fasste Griesert am Ende der Besichtigungstour zusammen.


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