Uni-Professorin Susanne Menzel Osnabrückerin wird Deutschlands jüngste Hochschulpräsidentin

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Susanne Menzel, bislang Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung, soll neue Präsidentin der Universität Osnabrück werden. Foto: David EbenerSusanne Menzel, bislang Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung, soll neue Präsidentin der Universität Osnabrück werden. Foto: David Ebener

Osnabrück. Für den scheidenden Präsidenten der Universität Osnabrück, Wolfgang Lücke, scheint eine Nachfolgerin gefunden. Als einzige Kandidatin stellt sich mit Susanne Menzel die bisherige Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung zur Wahl.

Wie die Universität Osnabrück am Mittwoch mitteilte, habe die Findungskommission sich nach einem mehrmonatigen Auswahlprozess einstimmig für die Professorin der Biologiedidaktik entschieden. Menzel wird demnach am 14. November als einzige von ursprünglich 13 Bewerbern zur hochschulöffentlichen Anhörung eingeladen. Die Wahl durch den Senat ist noch am selben Tag vorgesehen.

Erste Frau an der Spitze der Uni Osnabrück

Bei positivem Ausgang wäre Menzel nicht nur die erste Frau an der Spitze der 1974 gegründeten Uni Osnabrück, sondern mit 42 Jahren auch die jüngste aller Hochschulpräsidenten in Deutschland. Das bestätigte die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Die gebürtige Bad Berleburgerin (Kreis Siegen-Wittgenstein) würde Muriel Kim Helbig (43) ablösen, die seit 2014 Präsidentin der Technischen Hochschule Lübeck ist. Insgesamt haben laut HRK zurzeit an 81 von bundesweit 429 Universitäten und Hochschulen Frauen die Präsidentschaft inne. 

Präsidenten der Universität Osnabrück

  1. Heinz-Dietrich Doebner, kommissarischer Rektor 1973-74
  2. Manfred Horstmann, kommissarischer Rektor 1974-75, Rektor 1975-79, Präsident 1979-90 
  3. Rainer Künzel, Präsident 1990-2004
  4. Claus Rollinger, Präsident 2004-13
  5. Wolfgang Lücke, Präsident seit 2013

Bis 1979 war die Amtsbezeichnung des Leiters der Universität Osnabrück Rektor, danach Präsident.


Amtsinhaber Lücke macht Weg frei

Der amtierende Osnabrücker Unipräsident Lücke hatte im Februar angekündigt, seinen Posten Ende September 2019 turnusgemäß zu räumen – "aus rein persönlichen Gründen", wie der 62-Jährige damals erklärte. Eine zweite Amtszeit hätte ihn zum Weitermachen bis 2027 verpflichtet und wäre auch nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Landes möglich gewesen. Denn das niedersächsische Hochschulgesetz schreibt vor, dass Präsidenten mit 68 Jahren in den Ruhestand gehen müssen. Lückes Verzicht auf eine erneute Kandidatur schafft also die Voraussetzung für einen Führungswechsel mit Perspektive.

Präsident Wolfgang Lücke, hier bei einer Pressekonferenz im November 2017, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Im Hintergrund seine designierte Nachfolgerin Susanne Menzel. Foto: Michael Gründel


Drei Kandidaten in der engeren Auswahl

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte der Vorsitzende der Findungskommission und Sprecher des Hochschulrats, Axel Zeeck, zur Personalie Menzel. Neben der Vizepräsidentin hätten zwei weitere Interessenten aus dem guten Dutzend, das Lückes Nachfolge antreten wollte, hervorgestochen.  Schließlich sei die Findungskommission einstimmig davon überzeugt gewesen, "eine geeignete Kandidatin für die nächste Runde des Bewerbungsverfahren gefunden zu haben".

Der Findungskommission gehören drei Mitglieder des Senats, drei Mitglieder des Hochschulrats und ein Vertreter des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums an. An den Sitzungen nahm darüber hinaus die Gleichstellungsbeauftragte der Universität teil. 

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht"Axel Zeeck, Vorsitzender der Findungskommission


Von der Juniorprofessorin zur Präsidentin

Susanne Menzel kam 2008 als Juniorprofessorin nach Osnabrück und erhielt drei Jahre später nach Rufablehnungen in Gießen und Köln die Professur für Biologiedidaktik. Seit Oktober 2016 ist sie im Präsidium zuständig für Forschung und Nachwuchsförderung. Als solche wirkte sie maßgeblich am "Zukunftskonzept UOS 2020" mit: ein profilbildendes Programm, mit dem die Uni Osnabrück im Wettbewerb der Hochschulen bestehen will.


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