Mahltag und Mühlenladen Welche Mühlen im Osnabrücker Land verkaufen Mehl?

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Viele Mühlen zieren das Osnabrücker Land. Doch wo wird noch Mehl hergestellt? Foto: Jens Büttner/dpaViele Mühlen zieren das Osnabrücker Land. Doch wo wird noch Mehl hergestellt? Foto: Jens Büttner/dpa

Osnabrück. Es gibt nach wie vor viele Mühlen im Osnabrücker Land, aber ohne Müller. Dennoch wird in einigen Mühlen zu besonderen Tagen das Mahlwerk angeworfen und Mehl verkauft.

Mehr als 1100 Mühlen öffneten dieses Jahr bundesweit zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag. Die Idee dazu kam aus dem Osnabrücker Land, wo viele verschiedene Mühlen stehen. Aus der Region nahmen knapp 20 Mühlen am diesjährigen Mühlentag teil.

Doch richtige Müllerbetriebe sind diese schon lange nicht mehr. "Es gibt keinen mehr, der in einer historischen Mühle berufstätig Mehl herstellt", sagt Ansgar Vennemann vom Verein Windmühle Lechtingen. In den 50er-Jahren seien kleine Mühlen zu Gunsten von Großmühlen geschlossen worden, berichtet er. Einige Mühlen wurden, wie die Windmühle Lechtingen, von Fördervereinen übernommen und restauriert. Einige haben seitdem auch regelmäßige Öffnungstage eingerichtet, zu denen auch Mehl verkauft wird. Eine Übersicht:

Windmühle Lechtingen

Die Lechtinger Windmühle wird seit 1987 von einem Verein betrieben. Foto: Gert Westdörp

Die funktionierende Galerie-Holländer-Windmühle in Wallenhorst von 1887 wird seit 1987 vom gleichnamigen Verein betrieben. Hier hat der Deutsche Mühlentag vor 25 Jahren  seinen Ursprung gefunden. Zum Tag des Denkmals, am zweiten Sonntag im September, findet in Lechtingen außerdem ein Mühlenmarkt statt.

Öffnungszeiten:

Der Mühlenladen ist von April bis Oktober jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Welches Mehl gibt es hier?

Da es in der Windmühle keine Siebanlage gibt, wird nur Vollkornmehl verkauft. Wer selbst mahlen will, bekommt hier auch Weizen-, Dinkel- und Roggenkörner. Das Getreide kommt vom Biolandhof Dicke Eiche in Bissendorf-Astrup.

Das Weizenvollkornmehl kostet pro Kilo 1,10 Euro, ebenso das Roggenvollkornmehl.

Was gibt es noch?

Im Mühlenladen gibt es alles, was man zum Backen braucht, sagt der Vereinsvorsitzende Ansgar Vennemann. Dazu gehören etwa Sonnenblumenkerne, Trockenfrüchte, Leinsamen, Nüsse sowie Öl oder Honig. Die meiste Ware wird lose verkauft.

Knollmeyer's Wassermühle

Knollmeyer's Wassermühle in Wallenhorst gehört zu den ältesten Mühlen der Region. Foto: Christoph Beyer

Die Wassermühle in Wallenhorst gehört zu den ältesten Mühlen in der Region. Das Bauwerk wurde 1253 erstmals urkundlich erwähnt. Die Mühle im Nettetal war lange Zeit verpachtet. Die Familie Knollmeyer übernahm 2009 wieder den Mühlenbetrieb, der seit mehr als 200 Jahren in Familienbesitz ist. Drei Müller aus dem Verein zur Förderung und Erhaltung Knollmeyer's Mühle übernehmen seitdem die Produktion des Vollkornmehls für das Mühlenbrot der Bäckerei Brinkhege, wie Hobbymüller Heinz-Georg Kohlbrecher bestätigt.

Öffnungszeiten:

Sonntags und zu Feiertagen ist die Mühle von 15.30 bis 17 Uhr geöffnet. Wer sie außerhalb der Zeiten besichtigen will, kann eine Führung vereinbaren.

Welches Mehl gibt es hier?

Der Verein hat sich auf geschrotetes Weizenmehl festgelegt, damit das Mahlwerk nicht mühselig verändert werden muss, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Kruse. Das Mehl kann auf Spendenbasis erworben werden.

Was gibt es noch?

Besuchergruppen können hier einen zweistündigen Kurs für Hobbymüller belegen. Zu den Öffnungszeiten gibt es Mehl und das Mühlenbrot zu kaufen. Zudem gibt es anliegend das Gasthaus Knollmeyer und eine Minigolfanlage mit 18 Bahnen in der Nähe.

Windmühle Westhoyel

Buntes Treiben beim Mahl- und Backtag an der Westhoyeler Windmühle. Archivfoto: Marita Kammeier

Der “Verein zur Restaurierung und Erhaltung der Westhoyeler Windmühle" hat die historische Mühle in Riemsloh aus dem Jahr 1870 mit Müllerhaus und Backhaus nach und nach restauriert.

Öffnungszeiten:

Von April bis September öffnet die Mühle immer am letzten Sonntag im Monat von 11 bis 16 Uhr zum Mahl- und Backtag. Für dieses Jahr ist die Saison abgeschlossen. Außerdem wird auch hier der Deutsche Mühlentag von 10.30 bis 18 Uhr gefeiert.

Welches Mehl gibt es hier?

Wenn das Wetter ausreichend Wind mit sich bringt, wird grobes Roggenmehl frisch hergestellt. Ein Kilogramm kostet 1,50 Euro.

Was gibt es noch?

Beim Mahl- und Backtag sind andere Handwerker vertreten, wie Scherenschleifer oder Korbflechter. Außerdem gibt es Holzarbeiten, Dekoartikel, Honig oder selbstgemachte Marmelade.

Wassermühle Bad Essen

An der Wassermühle in Bad Essen wird von April bis Oktober gezeigt, wie einst Mehl hergestellt wurde. Archivfoto: Helge Holz

Die Wassermühle wurde um 1780 erbaut, seit 1985 kann der wiederhergestellte Innenraum besichtigt werden. Das Mehl der Wassermühle wird auch für das Mühlenbrot der Bäckerei Brinkhege verwendet.

Öffnungszeiten:

Von April bis Oktober werden hier jeden Sonntag ab 14 Uhr historische Vorführungen der Mühle dargeboten. "Es rappelt und klappert", sagt Manfred Schulpius, erster Müllermeister der Mühle. 

Welches Mehl gibt es hier? 

Bei den Vorführungen wird Weizenvollkornmehl hergestellt, das die Gäste als Souvenir mitnehmen können. Neben den Tagesgästen kommen auch Stammkunden sonntags zur Mühle, um das regionale Mehl zu kaufen. Ein Kilogramm kostet 1,50 Euro.

Was gibt es noch?

Nach der Vorführung können Besucher ein "Mühlendiplom" ablegen. Mehr Programm gibt es nur zum Mühlentag zu Pfingsten.

Wittlager Mühle

Die Wittlager Mühle ist nicht mehr in Betrieb. Mehl aus Osnabrücker Getreide gibt es im angehörigen Biomarkt trotzdem. Archivfoto: Helge Holz

Die Wittlager Mühle wurde urkundlich im Jahr 1309 zum ersten Mal erwähnt. Heute wird hier allerdings kein Mehl mehr gemahlen. Seit 1992 gibt es einen Mühlenladen mit Bio-Markt.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 8.30 bis 18 Uhr, Samstag 8.30 bis 13 Uhr.

Welches Mehl gibt es hier?

Auch wenn der Müllerbetrieb an der Wittlager Mühle eingestellt wurde, gibt es hier trotzdem Mehl aus Osnabrücker Getreide zu kaufen. Das wird in der Bio-Mühle Eiling in Warstein gemahlen, sagt Inhaberin Anke Schnittger. Es gibt Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl in verschiedenen Typen, vom bekannten Type 405 bis zum Schrot, das unter anderem zum Brotbacken verwendet wird.

Ein Kilogramm Bio-Weizenmehl Type 405 kostet 2,59 Euro, das Bio-Dinkelvollkornmehl pro Kilo 3,40 Euro.

Was gibt es noch?

Alles, was man im Sortiment eines Bio-Markts vermutet. Auch Kosmetik, Waschmittel oder Wein gibt es hier.


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