Achtung, Aufnahme! "Minimusiker" und Osnabrücker Overbergschüler nehmen CD auf

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Achtung, Aufnahme läuft: Die Klasse 4b befasste sich in ihrem Lied mit der Frage, warum der Baum im Herbst sein Blätterkleid verliert. Techniker Lars Lütke-Lefert achtete unterdessen darauf, dass die Tonqualität stimmt. Foto: Leon WalterAchtung, Aufnahme läuft: Die Klasse 4b befasste sich in ihrem Lied mit der Frage, warum der Baum im Herbst sein Blätterkleid verliert. Techniker Lars Lütke-Lefert achtete unterdessen darauf, dass die Tonqualität stimmt. Foto: Leon Walter

Osnabrück. Die "Minimusiker", bestehend aus dem Münsteraner Musikpädagogen-Duo Lars Lütke-Lefert und Levin Ripkens, haben die Schölerberger Overbergschule besucht. Im Gepäck hatten sie eine Gitarre und ein mobiles Tonstudio, mit dem sie mit den Kindern ein Album einspielten.

Einmal professionell eine CD aufnehmen - was für viele Hobbymusiker ewig ein Traum bleibt, wurde für die Kinder der Overbergschule nun Realität. Wochenlang hatten sie Herbst-Lieder einstudiert, die sie nun, begleitet von Levin Ripkens an der Gitarre und der Musiklehrerin Katrin Messerschmidt am Klavier, schließlich zum Besten gaben. Tontechniker Lars Lütke-Lefert animierte die jungen Sänger währenddessen zu Höchstleistungen.

Die "Minimusiker" gestalten an vielen Schulen und Kindergärten der Region seit Jahren solche Projekttage, die Lütke-Lefert als besondere Erlebnistage betrachtet: "Was wir an diesen Tagen machen, bleibt lange bei den Kindern hängen."

Für mehr Gesang in den Schulen 

"Leider ist es so, dass Musik zunehmend fachfremd gemacht wird", bedauert Lütke-Lefert. "Unser Ziel ist deshalb, dass mal wieder mehr in den Einrichtungen gesungen wird." Das Singen habe eine kommunikative Funktion und stärke das Selbstwertgefühl. Trotzdem verliere der Musikunterricht heutzutage im Schulalltag mehr und mehr an Relevanz. 

Dem Eindruck stimmte auch Kirsten Lüeße, Musiklehrerin an der Overbergschule, zu: "Es ist an vielen Schulen so, dass Musik zum Mangelfach geworden ist." Im Zuge des Lehrkräftemangels würden andere Fächer oft vorgezogen. Umso mehr freut sich Lüeße über die Arbeit der "Minimusiker": "Dieses Projekt ist etwas ganz Besonderes, das wir im Unterricht so nicht leisten können."

Projekt bereits zum zweiten Mal in der Overbergschule

Vor sechs Jahren waren Lütke-Lefert und Ripkens schon einmal in der Schule am Fuße des Schölerbergs. Damals, so Lüeße, sei die Resonanz auf das Projekt sehr positiv gewesen. Die Schule wolle deshalb eine Tradition etablieren, durch die jedes Kind im Laufe der Grundschulzeit einmal bei einer Aufnahme mit den "Minimusikern" mitmache. "Bei den Kindern entsteht ein tolles Gemeinschaftsgefühl und die Arbeit mit dem Tonstudio finden sie total spannend", beobachtete Kirsten Lüeße des Engagement ihrer Schüler.

Auf der CD landeten am Ende einzelne Songs der ersten bis vierten Jahrgangsstufen, auch die Lehrer und der Schulchor erhielten ein eigenes Stück. Die "Minimusiker" finanzieren sich ausschließlich über den Verkauf der CDs an die Familien der beteiligten Kinder. Zwölf Euro kostet so eine CD normalerweise, der Förderverein der Oberbergschule steuert jedoch fünf Euro pro Exemplar bei.

Die Kinder erhielten außerdem eine Urkunde mit Stickern, mit denen sie ihre CD verzieren können. Die "Minimusiker" hoffen, dass den Kleinen der Projekttag mit diesen Andenken noch lange in Erinnerung bleiben wird. 


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