Eine Nacht für die Kunst „Lange Nacht der Ateliers“ lockt zahlreiche Besucher an

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Künstler in der ganzen Stadt öffneten die Türen zu ihren Ateliers, wie hier in der Kloster Straße. Foto: Hermann PentermannKünstler in der ganzen Stadt öffneten die Türen zu ihren Ateliers, wie hier in der Kloster Straße. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück Essen, Trinken, Livemusik und ganz viel Kunst: Zum zweiten Mal haben Osnabrücker Künstler gezeigt, wie und wo sie arbeiten.

Wo einst ein Backofen stand, findet man jetzt das Bild einer Frau, die mit Hammer und Meißel einer Mauer zu Leibe rückt. Es ist ein Selbstporträt von Susanne Heitmann, die bei der Umwandlung einer Backstube in ihr neues Atelier selbst Hand angelegt hat. Es befindet sich in einem Hinterhof in einer stillen Gasse in Schinkel.

Als Ortsfremder glaubt man gar nicht, dass hier einmal eine Bäckerei mit Café gewesen sein könnte – aber es stimmt. „Als das Bäckerehepaar von den Stadtwerken den Bescheid bekam, dass ihr alter Backofen nicht auf das neu eingesetzte Erdgas umrüstbar sei, zogen die beiden die Reißleine, schlossen ihren Betrieb und verkauften das Haus mitsamt dem Backhaus im Hinterhof“, erklärt Jürgen Wendt. Er ist einer von vier Künstlern, die jetzt in das „Atelierhaus Alte Bäckerei“ eingezogen sind. Neben Wendt, der hier Rockmusiker-Porträts im Linolschnittverfahren entstehen lässt, konnte man im Verkaufsraum in den Original-Regalen aus den 50er Jahren die Keramikarbeiten von Nine Gerhard begutachten, derweil es sich Charlotte Dally und Susanne Heitmann mit ihren Bildern und Objekten in der alten Backstube eingerichtet haben.

Neues von bekannten und jungen Künstlern

Es gab mal wieder vieles zu entdecken während der „Langen Nacht der Ateliers“ am Samstag. 45 Künstler hatten ihre Arbeitsplätze bis um Mitternacht und zum Teil sogar noch später geöffnet, um den Besuchern einen Einblick in ihr Werk und ihre Arbeitsweise zu gewähren. Trotz des regnerischen Wetters hatten sich viele Kunstinteressierte aufgemacht: In den 21 teilnehmenden Ateliers herrschte reges Treiben. Neue Arbeiten von bekannten Künstlern galt es zu inspizieren oder junge Künstler zu entdecken. So präsentierte Melanie Helbrecht in der Ateliergemeinschaft an der Nobbenburger Straße ihre farbintensiven, an Popart erinnernden Leinwände, die sie in Plexiglas hüllt. Nebenan erklärte Arsentij Pawlow in seiner Druckwerkstatt die Technik der Lithographie und verriet den Titel seines brandneuen Bilderbuchs: „Bauernlied“.

Auch im Katharinenviertel gab es Neues zu entdecken. Petra Höcker hat die ehemaligen Räumlichkeiten eines Bestattungsunternehmens zum Atelier umbauen lassen. Hier zeigte sie ihre raumgreifenden Objekte, die ob ihrer Materialität und Farbe an geschundene Körper erinnern. Nur wenige Straßen weiter verbanden Renate Hansen und Manfred Blieffert die lange Nacht erstmals mit ihrer traditionelle Jahresausstellung, derweil die Künstler in der Ateliergemeinschaft Wachsbleiche sogar die Toilette inszenierten und zu einem halbseidenen Showroom umfunktioniert hatten.

Chillige Sounds

Nachdem man sich aktuelle Arbeiten von Christine Hoffmann, Hendrik Spieß, Jörg Kujawa und Bernd Rüsel angeschaut hatte, durfte man sich an einem großen Büfett stärken, bevor man sich auf den Weg zum nächsten Atelier machte. Einige Künstler ließen es sich auch nicht nehmen, die Besucher mit Livemusik zu unterhalten. So hatte Monika Mäsker im Atelierhaus Heinrichstraße 29 ihr Keyboard aufgebaut, um ihre Stimme mit chilligen Sounds zu begleiten. Damit wurde die Betrachtung der Bilder von Annette Piwowarski und Thomas Fleischer sowie der Fotografien von Karsten Michaelis zu einem vielsinnigen Erlebnis.


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