Wiederholung zugesagt Fußgänger auf der Martinistraße beim autofreien Sonntag

Von Christoph Beyer

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Osnabrück. Gute Laune trotz grauen Himmels und Dauerregens: Zum autofreien Aktionstag auf der Martinistraße nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, die ansonsten viel befahrene Einfallstraße aus ganz neuer Perspektive kennenzulernen. Die Verbindung mit dem Weltkindertag lockte zudem viele Familien auf den Asphalt, der sich zu einer bunten Spiel- und Feierfläche verwandelt hatte.

„Liegestuhl statt Lastkraftwagen“ hätte das Motto zum Aktionstag lauten können, denn die entsprechende Bestuhlung war reichlich vorhanden. Dass die bunten Sitzgelegenheiten so wenig genutzt wurden, lag am Regen, der die Freuden am autofreien Aktionstag ein wenig eintrübte.

1,5 Kilometer autofrei

Ausgerüstet mit entsprechender Kleidung, stand einem entspannten Gang entlang der rund 1,5 autofreien Kilometer nichts im Wege. Viele Stände boten Informations- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Vor allem zur Mittagszeit bewegten sich zahlreiche Besucher in beide Richtungen. Verkehrslärm gab es zwar keinen, aber ganz ruhig ging es auf der Martinistraße nicht zu. An mehreren Stellen hallte Musik zwischen den überwiegend älteren Häusern, deren verzierte Fassaden nun in Ruhe betrachtet werden konnten.

„Es ist einfach eine tolle Stimmung hier, ich würde fast sagen, ein ganz anderes Lebensgefühl“, berichtet Anwohner Achim Starke. Einige Meter weiter, dort, wo ansonsten Stoßstange an Stoßstange der Verkehr rauscht, sprangen Kinder in eine der großen Pfützen. „Die wissen, wie man das Beste aus dem Wetter macht“, schmunzelte Austauschstudentin Fabienne aus Toulouse in perfektem Deutsch. Die Französin zeigte sich von dem Engagement beim Aktionstag begeistert und wünscht sich etwas Ähnliches für ihre Heimatstadt. Darin, dass Kinder unbefangen die Straße nutzen können, sieht sie ein passendes Symbol, auch für den Weltkindertag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Kinder brauchen Freiräume“ stattfand.

Musik und viele Informationen

Auf Interesse stieß das Angebot zum Ausprobieren von Lastenrädern. Möglich machte dies der Lastenrad-Stammtisch Osnabrück. Während der Regen aufs Zeltdach trommelte, konnten sich Interessierte über die Vorzüge der Räder informieren und diese gleich vor Ort testen. „Mit denen steht man garantiert nicht mehr im Stau“, berichtete Lastenradbesitzer und Stammtischbesucher Andreas Scholten.

Einige Meter weiter hallte handgemachte Musik aus einem der Hauseingänge. Im Flur hatte es sich die Band „Sentiments“ bequem gemacht“ und ließ flirrenden Folk und Pop erklingen. Kleinkunst, Kommunikation und ein breites Informationsangebot schienen sich an diesem regnerischen Sonntag bestens zu ergänzen.

Einer grünen Oase glich die Martinistraße an der Ecke Herderstraße. Hier hatten die Auszubildenden des Osnabrücker Servicebetriebes ganze Arbeit geleistet und eine Fahrbahnhälfte mittels Rollrasen begrünt. Auf dem regendurchweichten Untergrund hat sich das Osnabrücker Bienenbündnis in Stellung gebracht und verteilt an die Besucher die Osnabrücker Wildblumenmischung.

Vielfältige Aktivitäten boten sich Besuchern auch rund um und auf dem Arndtplatz. Zahlreiche Vereine und Verbände wie das Osnabrücker Kinder- und Jugendbüro oder das Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße informierten anlässlich des Weltkindertages überihre Arbeit und luden zum Basteln, Malen und Spielen ein, während auf der großen Bühne Musik geboten wurde. „Das Regenwetter ist natürlich total schade, aber es sind dennoch unheimlich viele engagierte Menschen da“, bilanzierte Stadtbaurat Frank Otte. „Wir haben gezeigt, dass es geht, und wir werden das auf jeden Fall wiederholen“, kündigte eran.


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