Universität Osnabrück Kids‘ Hackathon: So wird Programmieren zum Kinderspiel

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Informatikprofessor Michael Brinkmeier leitete die Viert- und Fünftklässler beim erster Kids‘ Hackathon der Uni Osnabrück an.  Foto: Jörn MartensInformatikprofessor Michael Brinkmeier leitete die Viert- und Fünftklässler beim erster Kids‘ Hackathon der Uni Osnabrück an. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Unter dem Motto "Was willst du erfinden?" haben am Samstag 30 Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren am ersten Kids' Hackathon der Uni Osnabrück teilgenommen. Ohne große Kenntnisse im Programmieren brachten sie einem Minicomputer bei, die Raumtemperatur anzuzeigen, Melodien zu erzeugen oder auch Schere, Stein, Papier zu spielen.

Das verwendete Gerät, ein Calliope Mini, wurde speziell für Schüler entwickelt. Es besteht aus nur einer einzigen Platine und bietet dennoch eine Reihe von technischen Möglichkeiten, die auf einfache Art und Weise genutzt werden können. So verfügt der Computer über ein Display aus 25 LEDs, mit denen sich Bilder und Texte darstellen lassen, sowie über verschiedene Sensoren und externe Anschlüsse – etwa für den Betrieb von Motoren.

Damit das Programmieren buchstäblich kinderleicht geht, benutzten die Viert- und Fünftklässler eine grafische Programmiersprache namens "abbozza!". Sie kommt ohne spezielle Befehle oder komplizierte Symbole aus. Alle Komponenten liegen als Puzzleteile bereit und können auf einfache Art zu einem Programm kombiniert werden. So lassen sich zum Beispiel die Farben der Lämpchen auf dem Computer bequem am Bildschirm einstellen.


Im Handumdrehen haben Kinder dem Minicomputer ein Spiel beigebracht. Hier fordert das Gerät einen Menschen in "Schere, Stein, Papier" heraus. Foto: Jörn Martens


 

Entwickelt wurde abbozza! vom Osnabrücker Informatikprofessor Michael Brinkmeier und seiner Arbeitsgruppe im Rahmen des Projekts "Phycos – Physical Computing an Schulen". An mehreren Schulen werde bereits mit der Programmiersprache gearbeitet, erklärte Brinkmeier. Der frühere Lehrer des Osnabrücker Gymnasiums Carolinum sieht für die Zukunft aber noch mehr Potenzial. "Bei dem Vorhaben, Digitalisierung und Technik an die Schulen zu bringen, stehen meistens nicht die Kinder im Weg. Vielmehr geht es darum, Lehrer von der Idee zu begeistern." Dem Kids‘ Hackathon war daher ein ähnliches Angebot für Erwachsene vorausgegangen – ebenfalls mit großem Erfolg, wie Brinkmeier betonte.

Für den ersten Kids' Hackathon hatten sich fast doppelt so viele Kinder angemeldet, wie Plätze verfügbar waren. Noch in diesem Jahr soll es daher eine weitere Veranstaltung geben.


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