Flughafenchef: Wir liegen im Plan Osnabrücker Grüne: „Desaströse Geldvernichtung beim FMO“

Die Osnabrück Grünen kritisieren eine „desaströse Geldvernichtung“ des Flughafens Münster/Osnabrück. Der Flughafenchef Rainer Schwarz widerspricht und verweist auf eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Foto: Archiv/Jörn MartensDie Osnabrück Grünen kritisieren eine „desaströse Geldvernichtung“ des Flughafens Münster/Osnabrück. Der Flughafenchef Rainer Schwarz widerspricht und verweist auf eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Foto: Archiv/Jörn Martens

Osnabrück. Die Osnabrücker Grünen kritisieren eine „desaströse Geldvernichtung“ des Flughafens Münster/Osnabrück. Der Flughafenchef Rainer Schwarz widerspricht und verweist darauf, dass das Ergebnis für 2017 und 2018 „sogar leicht besser“ sei, als im ursprünglichen Finanzierungskonzept zur Entschuldung des Flughafens vorgesehen.

„Die derzeitig steigenden Fluggastzahlen sowie die massiven Finanzzuschüsse seitens der Gesellschafter schönen die Tatsache, dass der FMO nach wie vor erhebliche Defizite einfährt. Trotz aller Anstrengungen beträgt das Defizit im Jahre 2017 bereinigt 7,8 Millionen Euro. Rechnet man die Wertberichtigung für den Abschied von der unsinnigen Start- und Landebahnverlängerung mit, liegt es sogar bei 21 Millionen Euro“, schreiben Grünen-Fraktionschef Volker Bajus und der finanzpolitische Sprecher der Osnabrücker Grünen, Michael Hagedorn, in einer gemeinsamen Stellungnahme. Der ehemalige FMO-Chef Gerd Stöwer hatte das auf Gesamtkosten von 120 Millionen Euro veranschlagte Projekt Startbahnverlängerung vorangetrieben. Stöwers Nachfolger Schwarz hatte sich von den umstrittenen Plänen aber verabschiedet, sodass für das Projekt erworbener Grund und Boden sowie die Planungskosten abgeschrieben werden müssen. Die Osnabrücker Grünen kritisieren zudem, dass die steigenden Fluggastzahlen ihren Angaben zufolge „mit Billigangeboten erkauft werden“. Einen „Blankoscheck für künftige öffentliche Zuschüsse“ dürfe es daher nicht geben.

( Weiterlesen: Starke FMO-Sommerbilanz: Touristen aus der Region Osnabrück zieht es wieder in die Türkei)

48 Millionen Euro Schulden seit 2014 abgebaut

Schwarz erwidert auf Anfrage unserer Redaktion, dass „die ideologischen Vorbehalte der Grünen nicht dazu führen dürften, Fakten zu verdrehen“. Es treffe nicht zu, dass steigende Fluggastzahlen mit Billigangeboten erkauft werden. Er verweist darauf, dass sich das Jahresergebnis des FMO von 2016 (Minus von 10 Millionen Euro) auf 2017 (Minus von 7,8 Millionen Euro) um 22 Prozent verbessert hatte. Dies entspreche nahezu exakt dem Passagierwachstum des vergangenen Jahres (Plus von 23 Prozent). Solche Ergebnissprünge seien nur mit Billigfliegern natürlich nicht möglich: „Rund 80 Prozent des Verkehrsvolumens am FMO wird von drei Carriern bestimmt, die weit von Low-Cost-Geschäftsmodellen entfernt sind“, macht Schwarz deutlich. Größter Kunde am FMO sei die Lufthansa. Zudem sei eine weitere Reduzierung des Defizits um eine Million Euro im Wirtschaftsplan vorgesehen, und dieser Wirtschaftsplan werde 2018 auch eingehalten. Die Zahlen seien sogar etwas besser als ursprünglich vorgesehen.

( Weiterlesen: FMO will mit Holland-Offensive weiter wachsen)

84 Millionen Euro zur Entschuldung des Flughafens bis 2020

Darüber hinaus würden die Zuwendungen der zehn kommunalen Gesellschafter, die bis 2020 rund 84 Millionen Euro Eigenkapital einbringen, in den Schuldenabbau des Flughafens gehen. Die Bankdarlehn von 84 Millionen Euro im Jahr 2014 wurden so bereits um 48 Millionen Euro reduziert. In diesem Jahr betragen die Verbindlichkeiten noch 36 Millionen Euro. Alle zehn kommunalen Gesellschafter haben der Fortführung des 2014 beschlossenen Finanzkonzepts zur Entschuldung des FMO bislang jährlich zugestimmt. Entsprechend ihrer Anteile muss die Stadt Osnabrück (17 Prozent), die nach Münster (35 Prozent) und dem Kreis Steinfurt (30 Prozent), drittgrößter FMO-Gesellschafter ist, bis zum Jahr 2020 jährlich 2,9 Millionen Euro als Beitrag zur Entschuldung aufbringen. Auf den Landkreis Osnabrück entfällt mit fünf Prozent der FMO-Gesellschafteranteile ein Betrag von jährlich 850.000 Euro.

( Weiterlesen: FMO-Chef zieht Zwischenbilanz: Knapp 1 Million Fluggäste in 2018 erwartet)

FMO als Standortfaktor für den Mittelstand

Für die mittelständischen Unternehmen in der Region ist der FMO laut Schwarz durch die Verbindungen über die Drehkreuze München und Frankfurt in die ganze Welt eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Geschäftsbetrieb der Unternehmen an diesem Standort.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN