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Praktisch, aber nicht schön Dem Geheimnis der Schrumpelhaut auf der Spur

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<em>Sieht nicht </em>gut aus, ist aber nützlich. Foto: ColourboxSieht nicht gut aus, ist aber nützlich. Foto: Colourbox

Osnabrück. Besonders nach einem ausgedehnten Bad packt uns manchmal das Grauen: Die Haut an Fingern und Zehen ist schrumpelig und sieht um Jahrzehnte gealtert aus. Bisher hatten Experten angenommen, dass das hässliche Hautbild entsteht, weil die äußere Schicht bei längerem Kontakt mit Wasser aufquillt.

Nun haben Untersuchungen aber gezeigt, dass nicht äußere Einflüsse, sondern das autonome Nervensystem die Bildung der Schrumpelhaut steuert.

Wenn das aber so ist, meinen Wissenschaftler der Universität Newcastle, dann muss der Schrumpeleffekt auch eine Funktion haben. Um dieser auf die Spur zu kommen, baten sie 20 Probanden zu einem Test: Die Versuchspersonen mussten zwischen Zeigefinger und Daumen mehrere Glasmurmeln und kleine Bleigewichte von einem Behälter in einen anderen transportieren. Dabei lagen in einem Versuch die Gegenstände unter Wasser, in einem zweiten Durchgang waren sie trocken.

Auch die Teilnehmer selbst mussten einmal mit trockenen Händen zugreifen und ein anderes Mal mit schrumpeligen Fingern, die sie zuvor eine halbe Stunde in warmes Wasser getaucht hatten.

Das Ergebnis: Trockene Gegenstände transportierten die Teilnehmer grundsätzlich schneller als feuchte, und zwar gleich schnell mit schrumpeligen und mit nicht aufgequollenen Fingern. Feuchte Gegenstände hingegen bewegten die Versuchspersonen deutlich schneller, wenn ihre Haut an den Fingern faltig war. Dies zeige, dass die Schrumpelhaut einen klaren Vorteil biete, wenn es darum gehe, mit feuchten Gegenständen zu hantieren, schlossen die Forscher.

Wie genau die Runzelhaut einen besseren Griff ermöglicht, wollen sie nun weiter untersuchen: Möglicherweise werde das Wasser durch die Furchen in der Haut besser von den Fingerspitzen abgeleitet, sodass sich die Griffigkeit verbessere. Vielleicht veränderten sich aber auch Hauteigenschaften wie Flexibilität oder Haftfähigkeit.

Wenn Schrumpelhaut aber von Vorteil ist, warum ist sie kein Dauerzustand?, fragen sich die Forscher. Selbst die Handhabung trockener Gegenstände werde dadurch ja nicht beeinträchtigt. Das stimmt. Aber Funktionalität ist eben nicht alles. Wer möchte schon Tag für Tag mit einer Runzelhaut durchs Leben gehen? Mit dpa


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