Konzert auf dem Gertrudenberg Humorvoll und vituos: Das Trios „21meter60“ in Osnabrück

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Drei Männer hinter gewaltigen Kannen: Das Trio 21meter60. Foto: Swaantje HehmannDrei Männer hinter gewaltigen Kannen: Das Trio 21meter60. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Tiefe Töne auf dem Gertrudenberg: Im Trio 21meter60 spielten drei Tubisten ein abwechslungsreiches und humorvolles Konzert.

„Diese Gruppe wollte ich unbedingt haben“ sagt Konzertveranstalter Allan Ware zur Erklärung, warum er sogar die seit Jahren angestammte Uhrzeit seiner Konzertreihe geändert hat. Seine Musiker haben am selben Abend noch ein weiteres Konzert, daher begrüßte er das Publikum auf dem Getrudenberg ausnahmsweise zu einer Matinee.

Die Gruppe, die er meint, nennt sich „Trio 21meter60“, und es handelt sich dabei um drei Tubisten. Das kann spaßig werden, sollte man meinen, und so ist es in der Tat. Schon der Name beweist natürlich Humor, es verbirgt sich dahinter die Länge von drei Basstuben. Und was die drei jungen Männer, die beim Spielen hinter ihren Instrumenten fast nicht mehr zu sehen sind, mit ihren „Kannen“ so alles anstellen können, ist erstaunlich.

Virtuose Höchstleistungen

Denn sie vollbringen damit virtuose Höchstleistungen, die man den vermeintlich unbeweglichen Tieftönern nicht zugetraut hätte. „Klischee adé“ haben sie ihr Programm daher genannt: Sie wollen, so Constantin Hartwig, der moderierend durch das Programm führt, aufräumen mit dem Vorurteil, die Tuba könne nur die eins und drei in Märschen und Polkas spielen. In einem abwechslungsreichen Programm, dass von Monteverdi bis zu gerade erst 25-jährigen Zeitgenossen reicht, beweisen sie, dass die Tuba ausgesprochen melodietauglich ist, gesangliche Linien in Tenorlage sind kein Problem.

Amüsant mit Beethoven

Und die Beweglichkeit? Ein schneller Orgelsatz von Bach lässt da keine Zweifel aufkommen. Besonders amüsant wird es nach der Pause. Beethovens „Ode an der Freude“ basteln die drei da in Pachelbels berühmten Kanon hinein, dessen Idylle am Ende durch rabiate Klänge eines Solos unterbrochen wird, in dem der Kanon noch anklingt. Und weil sie Mozart dann doch nicht für drei Tuben arrangieren mochten, spielen sie eine Kurzfassung der „Kleinen Nachtmusik“ stattdessen eben auf drei Nasenflöten. Besonders gut auf die Möglichkeiten der Tuba abgestimmt scheint das einzige Originalwerk des ganzen Programms, Nico Samitz‘ „YouTuba“, das klanglich bemerkenswert ist, und unter anderem von den Bläsern verlangt, dass sie in ihr Instrument hinein singen. Schmissig und beschwingt verabschiedet sich 21meter60 schließlich mit einigen der berühmtesten Themen George Gershwins.


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