Protestzug am Samstag Greenpeace-Jugend Osnabrück demonstriert lautstark gegen Kohlekraft

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Symbolisch tragen sie die Welt zu Grabe: Die Greenpeace-Jugend Osnabrück demonstriert am Samstag in der Innenstadt gegen Kohlekraft. Foto: Constantin BinderSymbolisch tragen sie die Welt zu Grabe: Die Greenpeace-Jugend Osnabrück demonstriert am Samstag in der Innenstadt gegen Kohlekraft. Foto: Constantin Binder

Osnabrück. Die Greenpeace-Jugend Osnabrück hat am Samstagnachmittag in der Osnabrücker Innenstadt gegen Kohlekraft demonstriert. Rund 70 Teilnehmer sorgten mit ihrem lautstarken Protestzug zur Haupteinkaufszeit für Aufmerksamkeit.

Ehrfürchtig weichen die Passanten in der Großen Straße auseinander: Zur besten Einkaufszeit am Samstagnachmittag bahnt sich Polizeimotorrad mit Blaulicht seinen Weg durch die Fußgängerzone, dahinter rund 70, überwiegend junge Leute. Die meisten sind in Schwarz gekleidet, vorneweg tragen zwei von ihnen eine Erdkugel im Sarg; ein Trauerzug mit großem Publikum. Die Osnabrücker schauen ihnen staunend hinterher, manche lachen, andere schließen sich an; eine Passantin fragt die Demonstranten von der Seite, wogegen sie denn protestieren.

Von Polizeimotorrädern eskortiert, zogen die Greenpeace-Demonstranten durch die Osnabrücker City. Foto: Constantin Binder

"Das ist unsere erste eigene Demo"

"Kohlekonzerne baggern in der Ferne, zerstören unsere Umwelt nur für'n Batzen Geld, worin wir unsere Zukunft seh'n? Erneuerbare Energien!", skandieren die Teilnehmer immer wieder, zwischendurch hallt ein prägnantes "Kohlestopp, aber flott!" durch die Häuserschlucht. Am Platz der Deutschen Einheit vor dem Theater kommt der Zug zum Stehen, es folgt eine kleine, mitunter improvisierte Kundgebung. "Das ist unsere erste eigene Demo, deshalb sind wir etwas nervös", erklärt Mitorganisator Linus Otten entschuldigend. Die Zuschauer applaudieren.

"Wir erklären unsere Solidarität mit den Hambacher Aktivisten"Mitorganisator Linus Otten


Kohleausstieg nur als "Extra"?

Unter dem Schlagwort #endcoal hatte die Greenpeace-Jugend Osnabrück zu der Demo aufgerufen, das heißt sinngemäß "Schluss mit der Kohle". In Gang gesetzt hatte sich der Zug um kurz nach 14 Uhr am Hauptbahnhof, nachdem Otten und sein Mitstreiter Jan Küter-Luks die Beweggründe der Jugendgruppe erläutert hatten: Nicht nur das Verbrennen von Kohle, sondern auch deren Förderung fügten der Erde und de Menschen enormen Schaden zu; die Politik nehme den zugesagten Kohleausstieg allerdings nicht ernst genug, sondern behandle ihn nur als "Extra", kritisierte Küter-Luks. "Wir fordern den Kohleausstieg bis 2030 und einen deutlich klareren Umstieg in der Energiepolitik", forderte er unter dem Jubel der Teilnehmer.

Unter dem Schlagwort #endcoal hatte die Greenpeace-Jugend Osnabrück zu der Demo aufgerufen, das heißt sinngemäß "Schluss mit der Kohle". Foto: Constantin Binder


Solidarität mit Hambacher Aktivisten

Auf dem Demonstrationszug durch Möser-, Georg- und Große Straße ist schließlich auch immer wieder der Hambacher Forst ein Thema: Der Wald soll abgeholzt werden, weil der Energiekonzern RWE hier Braunkohle fördern will; die Polizei geht derzeit gegen Umweltschützern, die das Gelände besetzen. "Wir erklären unsere Solidarität mit den Hambacher Aktivisten", ruft Otten. Kohle sei die Energie der Vergangenheit; warum solle man an dieser festhalten, wenn man die grüne Zukunft bereits kenne, fragt er rhetorisch.

Am Rande bilanziert Küter-Luks die Demonstration. 14 Mitglieder habe die Greenpeace-Jugend in Osnabrück, da seien 70 Teilnehmer doch ein guter Wert. Und trotzdem wirkt er nicht restlos glücklich: "Eigentlich müssten noch viel mehr Menschen gegen Kohlekraft demonstrieren", findet er.


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