Stress auf der Römerbrücke Pyer warten auf eine zweite Brücke für den Hase-Altarm

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Oft wird es eng auf der Römerbrücke. Dass sich Autos, Radfahrer und Fußgänger die schmale Verbindung zwischen Pye und Eversburg über dem Altarm der Hase teilen müssen, soll sich ändern. Aber wie? Das entscheidet der Rat.Foto: David EbenerOft wird es eng auf der Römerbrücke. Dass sich Autos, Radfahrer und Fußgänger die schmale Verbindung zwischen Pye und Eversburg über dem Altarm der Hase teilen müssen, soll sich ändern. Aber wie? Das entscheidet der Rat.Foto: David Ebener

Eine weitere Brücke für Pye? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Bürgerforum Pye ebenso wie mit Einkaufsmöglichkeiten und dem Busnetz.

Sie ist 300 Jahre alt und verbindet die Stadtteile Pye und Eversburg miteinander. Die Römerbrücke ist beliebt – zu beliebt, wie Anwohner finden, denn auf dem schmalen Bauwerk über dem Altarm der Hase kommen sich Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer so sehr in die Quere, dass es oft zu gefährlichen Situationen kommt.

Zwei Pläne für den Stadtentwicklungsausschuss

Heinrich Halbrügge ist einer der Anwohner, die von „vielen kleinen Unfällen“ berichten und auf eine Verbesserung drängen.

Aber wie? Stadtbaurat Frank Otte berichtete, dass die Stadtplaner zwei Machbarkeitsstudien entwickelt haben. Beide sehen den Bau einer weiteren Brücke über den Altarm der Hase vor – entweder für Autos oder für Fußgänger und Radfahrer. Welche der beiden Gruppen künftig die historische Römerbrücke und welche den Neubau nutzen wird, beraten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses am 18. Oktober – und der Rat entscheidet. Wie der Fachbereich „Geodaten und Verkehrsanlagen“ mitteilte, soll das erforderliche Geld für die Planung und den Bau „in die Haushalte 2019 ff“ eingestellt werden. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung die Kosten für eine 25 Meter lange neue Brücke auf 300000 Euro geschätzt.

Der Wunsch nach einem Fuß- und Radweg in die Nachbargemeinde

Eng ist es auch auf dem Moorweg, der nach Lechtingen führt – und für viele Pyer besonders wichtig ist, weil es sich um den Weg zu den Lebensmittelgeschäften in der Nachbargemeinde handelt. Anja Hilbert beobachtet dort häufig, dass Fußgänger von Autos bedrängt werden. Sie zeigte sich überzeugt, dass „wesentlich mehr Leute diese kurze Strecke zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen“ würden, wenn sich dort ein Fuß- und Radweg befände. Stadtbaurat Otte stimmte ihr zu: „Wir haben diese Strecke auf dem Schirm und steigen in die Vorplanung ein.“ Die Stadt werde sich mit Wallenhorst abstimmen. Der Moorweg soll zur „Veloroute“ werden. Für die Strecke sei eventuell noch „Grunderwerb“ erforderlich. Die Anwohner werden sich noch etwas gedulden müssen, denn die „finanziellen Mittel sind noch nicht im Haushaltsplan eingestellt“.

Das Warten auf einen Lebensmittelmarkt

Auch wer in Pye statt in Lechtingen einkaufen möchte, wird sich noch gedulden müssen. Ein Lebensmittelgeschäft steht seit vielen Jahren ganz oben auf der Wunschliste der Pyer. Vor zwei Jahrzehnten hatte ein großer Anbieter auf Anfrage der Neuen OZ abgewunken. Damals hieß es, man brauche ein Einzugsgebiet mit 6000 Menschen – fast doppelt so viele, wie Pye hat. Inzwischen scheint es in der Branche auch andere Konzepte zu geben: Stadtbaurat Otte berichtete von Gesprächen zwischen der Verwaltung und potenziellen Investoren. „Die Zeit spielt für Pye“, meint Otte. Denn es besteht auch die Aussicht, dass mehr Menschen in den Stadtteil ziehen – etwa in das geplante Baugebiet an der Ecke Fürstenauer Weg/Am Weingarten. Heinrich Halbrügge wollte wissen, wie es dort um die Pläne bestellt ist. Otte berichtete, dass die Verwaltung mit dem Investor im Gespräch ist. Sobald der Vertrag unterschrieben sei, könne es losgehen.

Was bringt das Busliniennetz 2019?

Warten auf neue Bushaltestellen: Stefan Hengelbrock wies darauf hin, dass die Haltestellen „Feldkamp“ und „Schule Pye“ modernisiert werden sollten. Das werde „frühestens 2020“ geschehen, kündigte Otte an, denn wegen der Veränderungen im Busnetz hätten sich andere Prioritäten ergeben. Heinrich Halbrügge vermisste bei den neuen Plänen für das Liniennetz die Anbindung der Pyer an die Tangentialverbindung. Klaus Siedhoff von den Stadtwerken erläuterte, dass zwar kein „Abstecher“ vorgesehen sei, aber die Pyer dennoch von Umstiegsmöglichkeiten in Haste profiteren würden.

Halbrügge kritisierte, den „durchgehenden Einsatz von Gelenkbussen“ auch zu „verkehrsschwachen Zeiten“, in denen doch „Standardbusse“ reichen müssten. Siedhof antwortete, dass dann ja die Busse während des Betriebes ausgetauscht werden müssten. Das ginge nur mit zusätzlichem Personal und mit zusätzlichen Bussen. Beides sei „so sehr unwirtschaftlich“, dass die Stadtwerke – wie auch die anderen beteiligten Unternehmen – darauf verzichten.


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