Mieter am Neumarkt? Decathlon-Sport will nach Osnabrück – ins Einkaufszentrum?

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Der französische Sportartikelhändler Decathlon will offenbar in das Einkaufszentrum am Neumarkt einziehen. Der Konzern verfolgt eine offensive Expansionsstrategie und will jährlich zehn neue Filialen in Deutschland eröffnen. Das Foto entstand 2017 in Herne. Foto: Roland Weihrauch/dpaDer französische Sportartikelhändler Decathlon will offenbar in das Einkaufszentrum am Neumarkt einziehen. Der Konzern verfolgt eine offensive Expansionsstrategie und will jährlich zehn neue Filialen in Deutschland eröffnen. Das Foto entstand 2017 in Herne. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Osnabrück. Decathlon, der weltgrößte Sportartikelhersteller und -händler, will in Osnabrück Fuß fassen. Insider erwarten, dass Decathlon in das am Neumarkt geplante Einkaufszentrum einzieht. Das Unternehmen schließt das zumindest nicht aus.

"Wir bemühen uns seit zehn Jahren um Osnabrück", sagte Ludger Niemann, Sprecher der Unternehmensentwicklung bei Decathlon Deutschland, unserer Redaktion. Das Einkaufszentrum am Neumarkt  sei "eine Möglichkeit von mehreren", so Niemann. Es gebe "diverse Anbieter", unterschrieben sei noch nichts. Niemann bestätigte, dass Decathlon auch Gespräche und dem Centerentwickler Unibail Rodamco Westfield führe. Unibail-Sprecher Julian Kalcher wollte dazu nichts sagen.

Nach Insiderinformationen liebäugelt der Sportartikelkonzern mit Hauptsitz in Frankreich mit einer Fläche von 1800 Quadratmeter im Einkaufszentrum am Neumarkt. Die Shopping Mall ist auf 16.000 Quadratmeter Verkaufsfläche angelegt. Als Mieter steht bislang nur das Modehaus Sinn (vorher Sinn-Leffers) fest, das mit 4500 Quadratmetern ein Ankermieter im Center wäre.

90 Prozent Eigenmarkten. Decathlon gilt als der "Sport-Aldi". Foto: Roland Weihrauch/dpa

Decathlon ist ein stark wachsendes Unternehmen, das den deutschen Markt aufrollen will. Pro Jahr will der französische Konzern zehn neue Filialen in Deutschland eröffnen. 56 Niederlassungen sind es aktuell, 18 sollen bis zum kommenden Sommer dazukommen.

Der "Sport-Aldi"

Das "Manager-Magazin" beschrieb Decathlon als "Sport-Aldi". Das Geschäftsmodell: große Auswahl, gnadenloser Discount. Im Sortiment: 35.000 Produkte aus über 70 Sportarten. 90 Prozent der Waren sind Eigenmarken aus eigener Produktion. In seinem Stammland Frankreich ist Decathlon mit mehr als 300 Filialen unangefochten Marktführer. Auch in Italien, Spanien und China beherrscht das Familienunternehmen aus Lille den Sportartikelmarkt, wie das "Manager-Magazin" schreibt. Mit einem Jahresumsatz von über neun Milliarden Euro (Stand: 2017) ist Decathlon nach Intersport die Nummer 2 der Welt. Im Fahrradhandel soll Decathlon sogar Weltspitze sein.

Von der Stadt nicht unterstützt

Dass der deutsche Decathlon-Ableger in Osnabrück bisher nicht zum Zuge kam, hat nach Ansicht von Ludger Niemann nur einen Grund: "Die Kommune hat uns nicht unterstützt, im Gegenteil." Das Märkte- und Zentrenkonzept der Stadt schreibt genau vor, wo sich Geschäfte in welcher Größenordnung und mit welchen Sortimenten ansiedeln dürfen. "Wir fallen da durchs Raster", sagte Niemann. Decathlon braucht viel Platz, auch weil es ein großes Angebot an Großgeräten wie Zelte oder Sportboote vorhält. Doch auf die grüne Wiese am Stadtrand darf Decathlon nicht, weil das Geschäft eben auch "zentrumsrelevante Sortimente" wie Sportkleidung führt.

Drang in die Innenstädte

Decathlon strebt nun in die Innenstädte und zentralen Shopping-Malls. In Bielefeld eröffnet der Sportmarkt im November eine 2000-Quadratmeter-Filiale direkt neben dem neuen Loom-Einkaufszentrum. In Braunschweig geht Ende dieses Jahres eine knapp 3000-Quadratmeter große Niederlassung im Herzen der Altstadt ans Netz. Das Kölner Dumont-Carreè, der Magdeburger Flora-Park oder die Wilmerdorfer Arcaden in Berlin: Decathlon mietet sich großflächig ein und beschert den jeweiligen Centern damit einen Frequenzbringer. 


So soll das Einkaufszentrum im Innern aussehen. Grafik: Kadawittfeld


Bauantrag läuft nach Plan

Unibail Rodamco Westfield zeigt sich fest entschlossen, das Projekt "Oskar" am Osnabrücker Neumarkt zu realisieren. Im Juni reichte der Konzern den Bauantrag bei der Stadt ein. "Die Bearbeitung läuft nach Plan", sagte Stadtsprecher Gerhard Meyering am Freitag. Wenn keine besonderen Hindernisse auftreten, könne Ende des Jahres die Baugenehmigung erteilt werden. Andreas Hohlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Sparte des französischen Konzerns, hatte bei der Übergabe des Bauantrags die Eröffnung für Herbst 2020 in Aussicht gestellt. Im März kommenden Jahres soll der Abriss der Schrottimmobilien am Neumarkt beginnen.


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