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14.09.2018, 12:11 Uhr ABWARTEN STATT AUFREGEN

Berliner Kissen auf dem Westerberg: Ein Versuch ist es wert

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Plan B für den Westerberg: Der wurde den Anwohnern 2014 nach dem Nein zur Entlastungsstraße West versprochen. Die umstrittenen Berliner Kissen sind ein Teil dieses Plans. Archivfoto: Jörn MartensPlan B für den Westerberg: Der wurde den Anwohnern 2014 nach dem Nein zur Entlastungsstraße West versprochen. Die umstrittenen Berliner Kissen sind ein Teil dieses Plans. Archivfoto: Jörn Martens

Osnabrück. Abwarten statt aufregen: Die Berliner Kissen zur Verkehrsberuhigung in Osnabrücks bester Wohngegend sind einen Versuch wert. Es hätte für die Autofahrer auch viel schlimmer kommen können.

Vier Jahre hat es gedauert. Vier Jahre sind seit dem knappen Nein der Bürger zur Entlastungsstraße West vergangen, und seither steht das Versprechen im Raum, die Verkehrsbelastung auf dem Westerberg zu reduzieren. Die Berliner Kissen sind das erste sichtbare Resultat und das Ergebnis eines vorbildlichen Beteiligungsprozesses.

Zur Erinnerung: Vier Vorschläge lagen auf dem Runden Tisch. Allen Beteiligen war klar, dass kein Vorschlag wirklich die Verkehrsmenge reduzieren, sondern allenfalls vom Westerberg fernhalten kann. Von Vorschlag 1 bis 4 steigerten sich die Eingriffe und die Verdrängungseffekte. Nach zähem Ringen entschied sich der Runde Tisch für den minderschweren Eingriff der Stufe 2, der unter anderem die Berliner Kissen vorsieht. Das Paket ist ein sorgsam abgewogener Kompromiss, nicht von externen Experten übergestülpt, sondern von Fachleuten, Bürgern und Betroffenen gemeinsam erarbeitet.

Viele Anwohner mögen sich darüber aufregen. Doch sie sollten die Arbeit des Runden Tisches respektieren und diesem noch vergleichsweise moderaten Konzept zur Verkehrsberuhigung eine Chance geben. Warten wir ein Jahr ab und sammeln wir Erfahrungen. Wenn die Kissen nur Ärger machen, können sie leicht wieder entfernt werden. Dann werden aber die nächsten Stufen umgesetzt werden müssen – mit Sackgassen, Einbahnstraßen und Sperrungen. Die Politik steht schließlich im Wort. 


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