Geschichten aus dem Leben Autor Frank Schulz liest in Littera-Veranstaltung

Von Uta Biestmann-Kotte, 12.09.2018, 17:11 Uhr
Frank Schulz liest aus seinem Roman „Anmut und Feigheit“. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Mit drei Kostproben aus seinem neuen Erzählband „Anmut und Feigheit“ nahm Autor Frank Schulz am Dienstag das Publikum der gut besuchten Littera-Veranstaltung im Blue Note mit auf eine abgründige Zeitreise.

Die Bühne im Blue Note ist mit Ledersessel, Stehlampe und Bücherstapel wie ein gemütlich-heimeliges Wohnzimmer ausgestattet. Gemütvolle Ruhe strahlt auch Frank Schulz aus, als er sich in den Sessel setzt und seine Papiere hervor holt. Mit dem Vortrag seiner ersten Geschichte aber bringt er das Publikum mit dem ihm eigenen Humor und abgründig-schrägen Dialogen zum Lachen. 

Nachdem er über 40 Jahre in Hamburg gelebt hat, wohnt der 61-jährige Autor seit dem vergangenen Jahr in Osnabrück. Ein Faktum, das er auch in seinen neuen Erzählband „Anmut und Feigheit“ mit einfließen ließ, aus dem er am Dienstag in der gut besuchten Littera-Veranstaltung der Buchhandlung zur Heide drei Kostproben gab. In insgesamt 22 Geschichten, deren Handlungen von der Gegenwart bis in die 1950er Jahre zurück reichen, verarbeitet Frank Schulz persönliche Erlebnisse, Erinnerungen und Eindrücke aus rund 60 Jahren.

Anmutig in seiner Lebenslust und feige in seinem Ego, kommt denn auch Schulz´ Protagonist Kortsch aus der ersten Geschichte „Szenen in Beige“ daher. Der sieht einen alten Mann auf der Straße als „Zausel“ an, kommunziert selber mit coolem iPood - und hängt nach überstandenem Schlaganfall am gar nicht so coolen automatischen Blutdruckmessgerät. Während Kortsch mit Alter und angeschlagener Gesundheit hadert, bezeichnet sich seine jüngere Partnerin Yvonne ironisch als seine „Betreuerin“ und schenkt ihm zum 60. Geburtstag ein Heizkissen mit Kragen. Diese Geschichte, die gespickt ist mit boshaften Bonmots, siedelte Frank Schulz im Osnabrück der Gegenwart an, wo er Kortsch und Yvonne zwischen Hasestraße, Rathaus und Bierstraße auf Einkaufstour schickt. Im Hamburg des Jahres 1985 spielte wiederum die Erzählung „Es war einmal eine Königin“. Darin versucht sich eine Frau namens Irmi an einem Glücksspielautomaten, während parallel dazu die anderen Kneipengäste im Fernsehen Boris Beckers legendären Wimbledon-Sieg verfolgen. Hamburg bildete auch die Kulisse der Erzählung „Der korfiotische Kuss, eine Schnurre“, in der das Ehepaar Evchen und Timo Schoff von einer aufdringlichen Urlaubsbekanntschaft heimgesucht wird. Auch hier machte Frank Schulz deutlich, wie rasch Heimeliges in Unheimeliges umschlagen kann.

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