Weltmeister Jaro Koch Osnabrücker Student gewinnt die WM im Tischfußballspiel Klask

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Der Osnabrücker Student Jaro Koch ist Weltmeister im Tischfußballspiel Klask. Foto: Michael GründelDer Osnabrücker Student Jaro Koch ist Weltmeister im Tischfußballspiel Klask. Foto: Michael Gründel 

Osnabrück. Der Osnabrücker Student Jaro Koch hat in Helsinki die Weltmeisterschaft im Tischfußballspiel Klask gewonnen – und das nur knapp ein Jahr nachdem er das Spiel überhaupt erst kennengelernt hat. Ein Triumph zwischen Praktikum und Uni-Klausur.

Mitte September 2017 ließ sich Jaro Koch von seinen Eltern Klask zum 22. Geburtstag schenken, knapp zwölf Monate später ist er nun Weltmeister. Weltbester in einem Spiel, das als eine Mischung aus Tischfußball und Airhockey beschrieben werden kann (siehe weiter unten "Wie funktioniert Klask?"). Ein Spiel, bei dem die Spieler nicht nur Geschick beweisen müssen, sondern auch cool und taktisch clever agieren sollten. Fähigkeiten, die Koch bereits beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Juli in Berlin unter Beweis gestellt hatte. Nun toppte er diesen Erfolg nochmal. "Ich habe alles erreicht, was zu erreichen war", resümiert der Student der Wirtschaftsinformatik. Was für ein Jahr!


"Ein fantastisches Duell"

Für die WM in Helsinki hatten sich 16 Spieler qualifiziert. Aus den USA, Australien und verschiedenen europäischen Ländern. Koch vertrat als Einziger die Farben Deutschlands. Als zweiter seiner Vorrundengruppe zog der aus Hamburg stammende Student ins Viertelfinale ein. Dort traf er auf den Italiener Filippo Ballin, der eine Woche zuvor eine andere Klask-WM in Manchester gewonnen hatte. Warum es zwei Titelkämpfe gibt? Dazu später mehr. Hatte Koch beim ersten Wettbewerb noch gegen Ballin verloren, so setzte er sich dieses Mal durch. "Wir waren beide extrem nervös", blickt der Osnabrücker zurück. "Ein fantastisches Duell", schwärmte Alexander Koppin, der als Präsident des Verbands Klask Deutschland Augenzeuge war.



"Das Finale war mein bestes Spiel"

Nach dem Sieg wurde Koch ruhiger. "Ich habe es geschafft, nicht über Sieg und Niederlage nachzudenken." So gewann er im Halbfinale recht souverän gegen den Dänen Asger Harding Granerud. Im Finale sah sich Koch gegen den Polen Tomasz Preuss als Underdog, doch nach verlorenem ersten Satz dreht der Deutsche auf. "Beide schenkten sich keine Punkte", beobachtete Koppin. Doch die letzten beiden Punkte zum 6:4 im dritten Satz machte Koch. Weltmeister! "Das Finale war mein bestes Spiel", sagte Jaro Koch. Zur Belohnung durfte er den großen WM-Pokal in die Höhe stemmen.

Jaro Koch mit dem WM-Pokal. Foto: Tuukka Ervasti



Ein meisterliches Paar

Ein Preisgeld gab es nicht, dafür hatte der finnischer Veranstalter Marektoy, der Lizenzgeber des vom Dänen Mikkel Bertelsen entwickelten Spiels, die Spesen übernommen. Die Reisekosten zur WM in Manchester hatte Koch noch selbst tragen müssen. Und nicht nur er. Als Deutsche Vizemeisterin war mit Diana Festor auch seine Freundin qualifiziert für diesen von den nationalen Verbänden organisierten Wettbewerb. Festor stammt aus dem hessischen Kleinenglis und studiert wie Koch seit Herbst 2017 in Osnabrück. Beide wohnen zusammen und trainieren auch zusammen.

Diana Festor mit dem Klask-Spiel, das sie als Preis für die Deutsche Vizemeisterschaft erhalten hat. Foto: Karsten Grosser

Aus im Viertelfinale

In Manchester mussten sie in der Vorrunde gegeneinander antreten. "Ich habe wieder knapp verloren", erzählt die 22-Jährige. Wie schon im Finale der Deutschen Meisterschaft. Dennoch qualifizierten sich sowohl Koch als auch Festor als Zweiter beziehungsweise Dritte in der achtköpfigen Gruppe für das WM-Viertelfinale. Doch dann war für beide Schluss. Festor unterlag dem Italiener Alessandro Bove, Koch dem Amerikaner Jason Boice. Wobei besonders Kochs Niederlage ärgerlich war, denn beim Stand von 5:5 im dritten Satz ging es nur noch um einen entscheidenden Punkt – und den machte der US-Boy. Wie knapp!

NOZ-Redakteur im Duell mit Jaro Koch. Foto: Michael Gründel


Im Teamwettbewerb tags drauf blieb das Osnabrücker Paar in der Vorrunde hängen, Italien triumphierte. Festor war dennoch zufrieden: "Es war eine coole Veranstaltung, die WM hat mir echt Spaß gemacht."

Mitfiebern am Livestream

Auf Koch wartete dann ja noch die zweite Weltmeisterschaft. Während der an diesem Tag noch 22-Jährige in Helsinki einen Gegner nach dem anderen schlug, fieberte Freundin Festor daheim mit. "Ich habe die Spiele im Livestream verfolgt und hatte das Gefühl, dass Jaro sehr gut drauf war." In der Gruppenphase sei er nicht einmal richtig gefordert gewesen. 

Jaro Koch führt die Figur mit einem Magneten unter der Spielfläche. Foto: Michael Gründel

Um ihren Weltmeister in die Arme zu schließen, musste sie aber noch ein paar Tage warten. Denn Koch pendelte nicht nur zwischen Manchester und Helsinki, sondern auch zwischen Hamburg und Osnabrück. In der Hansestadt absolvierte er in dieser Woche die letzten Tagen seines Praktikum im Bereich IT-Infrastruktur und -Service, in Osnabrück stand zwei Tage nach der WM die Klausur zum Themen Kosten- und Leistungsrechnung auf dem Plan. Zu feiern gab es für die beiden aber nicht nur die Weltmeisterschaft, sondern auch Kochs 23. Geburtstag  womit an diesem Freitag ein ereignisreiches Jahr vollendet wurde.




Wie funktioniert Klask?

Zwei Spieler sitzen sich gegenüber und bewegen jeweils mit einem Führmagneten unter der Spielfläche ihre Figur auf der Spielfläche. Punkte erzielt, wer die Kugel in die gegnerische Mulde bugsiert. Oder wer durch das Missgeschick des Kontrahenten profitiert, wenn sich dieser mit seiner Figur zwei der drei kleinen Magneten auf dem Feld einfängt. Ein raffinierter Kniff, denn diese Magnete können mithilfe der Kugel oder durch clevere Bewegungen der eigenen Figur übers Feld geschossen werden. Außerdem erhält man einen Punkt, wenn der Gegner seine Figur in die eigenen Mulde bewegt oder die Kontrolle über seine Figur verliert. Wer zuerst sechs Punkte erzielt, gewinnt einen Satz. Oder bei nur einem Gewinnsatz direkt das Spiel. In der Deutschland wird Klask vom schweizerischen Verlag Game Factory vertrieben. Es kostet etwa 55 Euro.

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