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12.09.2018, 08:02 Uhr ÄRGER UM VERKEHR UND BAUSTELLEN

Johannisstraße zeigt Osnabrücks Probleme auf

Kommentar von Sebastian Philipp

Die momentane Situation zwischen Neumarkt und Johanniskirche erklärt ziemlich gut, warum viele Osnabrücker momentan ziemlich schlecht mit ihrer Stadt zufrieden sind. Ein Kommentar zur aktuellen Situation in der Johannisstraße. Foto: David EbenerDie momentane Situation zwischen Neumarkt und Johanniskirche erklärt ziemlich gut, warum viele Osnabrücker momentan ziemlich schlecht mit ihrer Stadt zufrieden sind. Ein Kommentar zur aktuellen Situation in der Johannisstraße. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die momentane Situation zwischen Neumarkt und Johanniskirche erklärt ziemlich gut, warum viele Osnabrücker momentan ziemlich schlecht mit ihrer Stadt zufrieden sind. Ein Kommentar zur aktuellen Situation in der Johannisstraße.

Auf dem Bürgersteig, auf dem die Menschen in diesen Tagen zwischen Ladenzeilen und Baustellen zu balancieren versuchen, gilt ganz offensichtlich das Recht des Stärkeren. Dieser Eindruck ergibt sich zumindest den Beobachtern, die sich etwas Zeit nehmen, um das Verhalten vieler – ja, explizit vieler – Radfahrer zu studieren. Ohne Rücksicht auf Verluste wird der Gehweg zum Fahrradstreifen gemacht, werden Passanten im besten Fall weggeklingelt. Es grenzt mittlerweile an verdammt großes Glück, dass es noch keine ernsten Zusammenstöße gegeben hat. Hier zeigt sich wieder einmal: Offenbar hat es sich im wahrsten Sinne des Wortes eingebürgert, im Straßenverkehr die Regeln des Selbigen zu ignorieren, solange man sich selber im Recht sieht. Das ist freilich kein Verhalten, das nur Radler an den Tag legen – aber eben auch. 

Gleichzeitig offenbart sich an der Johannisstraße das Dilemma aller Menschen, die sich in Osnabrück um die Infrastruktur Gedanken machen müssen. Wohl kaum eine Baustelle in der Stadt ist unnötig, auch nicht die in der Johannisstraße. Auch wenn es nicht sichtbar ist, bedarf das Kanalsystem einer grundlegenden Sanierung. Und die geht nun einmal nicht ohne Baustelle.

Für die Anlieger der Johannisstraße ist das kein Trost: Dass Radler rücksichtlos vor ihren Schaufenstern die Gesundheit anderer Menschen aufs Spiel setzen, ist für sie nur ein weiterer Aspekt im Kampf um die nackte Existenz.


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